Morgen in der BerghuetteEs war ein wunderschöner Morgen in der Schwarzenberghütte. Der Blick aus dem Fenster verriet mir, dass auch das Wetter traumhaft schön werden würde und der Porridge mit dem Kakao, den ich mir jeden Morgen holte, schmeckten hervorragend. Schon die Tage zuvor war ich in den Bergen der Allgäuer Alpen unterwegs und nutzte die Schwarzenberghütte als Ausgangspunkt für tolle Touren.

Neben der Wanderung auf den kleinen Daumen und zum Laufbacher Eck, stand an diesem Morgen eine ganz besondere Tour auf dem Plan. Ich wollte über den Engeratsgundsee bis zum Nebelhorn aufsteigen. Das Nebelhorn ist ein 2.224m hoher Berg in den Allgäuer Alpen und zählt zu den besonders beliebten Ausflugszielen in dieser Region.

Nach dem Porridge und dem letzten Schluck Kakao ging ich nochmal in’s Matratzenlager und holte meinen vollgepackten Rucksack, den ich zum Glück schon den Abend zuvor gepackt habe. So weckte ich keinen anderen auf und war schneller in den Bergen.

Nebelhorn Besteigung

Dann machte ich mich endlich auf den Weg, musste jedoch, bevor ich neue Wege erkunden konnte, den gleichen Aufstieg zum Engeratsgundsee hinter mich bringen, den ich die Tage zuvor schon mindestens dreimal gemacht habe. Es war zwar ein bisschen mühsam, lohnte sich mit der atemberaubenden Aussicht am Ende trotzdem sehr. Denn auch der See selber leuchtete beim Sonnenaufgang in tollen Farben und spiegelte das Wasser so gut, dass man den Übergang zwischen Wasser und Fels fast nicht sehen konnte.

Im Gegensatz zu den letzten Tagen, ging es vom See aus nicht nach rechts, sondern dieses Mal nach links, wo auch schon das Nebelhorn bechildert war. Von dort oben hatte ich eine fantastische Aussicht. Einige Berggipfel waren schon mit Schnee verzuckert und andere waren noch vollkommen schneefrei, was ein guter Vorteil für uns Wanderer war.

Vom Engeratsgundsee aus führte der Weg immer in up und downs durch eine Landschaft aus Felsblöcken. Obwohl es eigentlich ganz schönes Wetter war, begegnete ich während der gesamten Wanderung nur sehr wenigen anderen Wanderern. Erst am Gipfel des Nebelhorns gab es später genügend von den sogenannten „Turnschuh-Wanderern.“

Nebelhorn BesteigungDurch Latschenkiefer und Felsen ging ich immer weiter, bis ich an einem kleinen See ankam. Dort war es wirklich wunderschön. Der See war glasklar und die Luft war warm, sodass ich mich für einige Zeit hinsetzen konnte, um mich mit den außerordentlich leckeren italienischen Keksen zu stärken. Mich verblüffte jedoch, dass am hinteren Ende des Sees eine Matratze lag. Ich will garnicht wissen, wie die dort oben mitten in die Berge hingekommen ist…

Ich ließ mich davon allerdings nicht unterkriegen und ging weiter, bis ich nach einiger Zeit am Abstiegsweg des großen Daumens ankam. Dort bin ich die Tage zuvor auch schon einmal abgestiegen, schaute mich dementsprechend auch noch einmal um und konnte dabei eine Gams entdecken, die weit oben auf einem Felsvorsprung stand.

Ich finde es immer wieder verblüffend, wie gut diese Tiere doch klettern und in den Bergen zurecht kommen können!

Wandererung aufs NebelhornNach ein paar Bildern folgte ich ungefähr 1:30h lag dem Weg und landete schließlich an einer Stelle, von der aus ich den Hindelanger Klettersteig sehen konnte. Dies ist ein wirklich spektakulärer Klettersteig, der vom östlichen Wengenkopf bis zum Gipfel des Nebelhorns führt. Da ich mich im Vorhinein leider nicht genügend informiert habe, hatte ich leider keine Klettersteigausrüstung mit dabei. Ansonsten wäre ich ihn wirklich gerne gegangen : )

Nichtsdestotrotz hatte ich auch auf dem Wanderweg meinen Spaß. Denn von dort unten konnte ich nicht nur die Notausstiege des Klettersteiges sehen, sondern ich hatte auch die Möglichkeit, einige Versicherungen, sowie Leitern als auch Bergsteiger auf diesem riesigen Felsgrat zu sehen. Es muss ein echt tolles Gefühl sein, wenn man dort oben am Klettern ist und eine, wahrscheinlich noch atemberaubendere Aussicht hat, als ich sie schon von dort unten hatte.

Nebelhorn BesteigungDenn schon vom Wanderweg aus hatte ich wirklich traumhafte Blicke bis in’s Tal hinein. Mit der Zeit zogen zwar einige Wolken auf, jedoch schien ab und an die Sonne zwischen diesen hervor und verzauberte die Graslandschaft in ein wunderschönes Panorama, wo man bei genauem hinschauen immer wieder etwas Neues entdecken konnte.

So stellte ich erst nach einiger Zeit fest, dass ich vom Nebelhorn aus den Hochvogel sehen konnte – Ein wirklich faszinierender Berg, der mittlerweile allerdings leider schon in der Gipfelregion auseinanderbricht. Neben diesem sah ich auch Hütten und Almen, Schneefelder und Tiere und natürlich auch die Nebelhornbahn, die vor einem unglaublichen Panorama die Touristen nach oben transportierte.

Eigentlich gehe ich nicht gerne auf Berge, auf die auch Bahnen hochfahren, da ich in den Bergen lieber alleine unterwegs bin. So war es zum Beispiel auch am Laufbacher Eck einige Tage zuvor! Da das Nebelhorn jedoch ein Kindheitsberg war, wo ich vor vielen Jahren selbst schonmal mit der Bahn hochgefahren bin, wollte ich diesen wunderschönen Allgäuer Berg auch Mal zu Fuß besteigen.

Nebelhorn GipfelNach einiger Zeit war es dann auch schon so weit. Die Touristen und Wanderer häuften sich immer mehr und ich musste nur noch über einen breit ausgebauten Weg die letzten Meter bis zum Gipfel aufsteigen. Juhu! Zwar ist es immer ein komisches Gefühl, wenn man voll geschwitzt am Gipfel steht und die anderen in Jeans und Turnschuhen mit der Bahn hochgefahren sind, jedoch war es trotzdem ein tolles Erlebnis, diesen faszinierenden Berg zu besteigen.

Nach einem unbeschreiblich leckeren Stück Kuchen und einigen Bildern genoss ich noch ein wenig die Gipfelaussicht, bevor es dann so langsam zurück in’s einsame Gebirge ging ; )

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