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Die erste Hochtour: Unsere Tipps

Die Begehung einer ersten Hochtour markiert für viele den Beginn einer tiefen Leidenschaft für das Bergsteigen. Es ist ein Schritt in eine Welt, in der die Natur in ihrer rauen, unberührten Form erlebt wird, weit entfernt von der Hektik des Alltags. Dieses Abenteuer erfordert jedoch nicht nur körperliche Fitness und eine angemessene Ausrüstung, sondern auch ein fundiertes Wissen über das alpine Gelände, das man betritt. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sind daher unerlässlich, um die Sicherheit zu gewährleisten und das Erlebnis vollständig genießen zu können.

Die Bedeutung der Vorbereitung kann dabei nicht genug betont werden. Angefangen bei der Auswahl eines geeigneten Berges, der die technischen Fähigkeiten nicht übersteigt, bis hin zur Teilnahme an einem Gletscherkurs, um die notwendigen Fertigkeiten für das sichere Bewegen auf Schnee und Eis zu erlernen. Erfahre in diesem Beitrag unsere Top-Tipps für deine erste Hochtour.

Gehe die Hochtour mit einem Experten

Die Entscheidung, sich bei der ersten Hochtour von einem Experten begleiten zu lassen, ist ein kluger Schritt. Insbesondere eine Bergschule bietet nicht nur die Expertise erfahrener Bergführer, sondern auch ein strukturiertes Umfeld, in dem Anfänger die Fähigkeiten erlernen können, die für das sichere Begehen von Hochgebirgstouren notwendig sind. Diese Schulen sind darauf spezialisiert, Wissen über alpine Gefahren, Techniken zur Bewältigung von schwierigem Terrain und den Umgang mit der Ausrüstung zu vermitteln, was für die erste richtige Hochtour von unschätzbarem Wert ist.

Die Buchung eines Bergführers - Beispielsweise über eine Bergschule, ermöglicht es den Teilnehmern, von Anfang an ein solides Fundament an Kenntnissen und Fertigkeiten aufzubauen. In geführten Touren, wird teilweise nicht nur auf das technische Know-how eingegangen, sondern auch darauf geachtet, dass man in einer Atmosphäre der Kameradschaft sicher unterwegs ist. Besondere Vorteile sind zum Beispiel die lokalen Kenntnisse des Bergführers, das Kennenlernen anderer Teilnehmer mit den gleichen Interessen und das Abgeben von wichtigen Entscheidungen - wie beispielsweise das Abbrechen einer Tour - an jemand Erfahrenen. 

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Interessant zu wissen

In unserer Rubrik "Bergschulen" stellen wir dir mit interessanten Infos die renommiertesten Bergschulen der Alpen vor.

Beachte jedoch, dass eine Bergschule und speziell ein Bergführer keine Lebensversicherung am Berg ist. Er kann dir die Anstrengungen beim Auf- sowie Abstieg nicht abnehmen, weshalb du dich bei der zuständigen Bergschule erst darüber informieren solltest, ob sie dir empfehlen würden, bei deinen aktuellen Konditionen, Erfahrungen etc. eine Hochtour zu gehen.

Besuche vor der Hochtour einen Gletscherkurs

Einen Gletscherkurs vor der ersten Hochtour zu absolvieren, ist eine Investition in die eigene Sicherheit und das Verständnis für die alpine Welt. Diese Kurse bieten die einmalige Gelegenheit, grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit dem eisigen Terrain zu erlernen, die für das sichere Begehen von Gletscherpassagen unerlässlich sind. Von der richtigen Anwendung von Steigeisen und Eispickel bis hin zur Seilkunde – Teilnehmer erlangen wertvolles Wissen, das in der Theorie nicht zu vermitteln ist. Besonders der praktische Teil, der direkt auf dem Gletscher stattfindet, macht die Herausforderungen des Hochgebirges erfahrbar und bereitet auf realistische Situationen vor.

In den meisten Fällen ist ein solcher Gletscherkurs nicht zwingend notwendig. Bei einer geführten Hochtour mit einem Bergführer wird normalerweise im Vorhinein geklärt, welche Anforderungen man mitbringen muss und wie viel Erfahrung man haben sollte. Dennoch lohnt es sich, einen mehrtätigen Gletscherkurs zu besuchen. 

Nicht nur, weil man dort eventuelle Tourenpartner für die zukünftigen Hochtouren findet, sondern auch, weil man dabei - je nach Erfahrung - auch die ersten Kontakte mit dem Hochgebirge macht. Dazu gehört das Gehen auf vereistem Gelände, das Wissen über verschiedene Gefahren, wie beispielsweise Gletscherspalten und auch das Wetter im Hochgebirge.

Du brauchst eine Grundkondition- und Fitness

Egal, ob du mit Freunden oder einem staatlich ausgebildeten Bergführer deine erste Hochtour gehst, eine solide Grundkondition und Fitness sind das A und O. Die Anforderungen einer solchen Unternehmung dürfen nicht unterschätzt werden, denn das alpine Terrain fordert den Körper in vielfältiger Weise. Lange Aufstiege, das Tragen des eigenen Gepäcks und die dünne Höhenluft stellen hohe Anforderungen an die Ausdauer und Kraft. Daher ist es wichtig, schon lange Zeit vor der Tour mit einem gezielten Training zu beginnen, das sowohl die kardiovaskuläre Fitness als auch die Muskelkraft fördert.

Neben regelmäßigen Ausdauerläufen, Radfahren oder Schwimmen, um die Herz-Kreislauf-Leistung zu steigern, sollten spezifische Übungen zur Stärkung der Bein-, Rumpf- und Rückenmuskulatur nicht fehlen. Bergwanderungen mit einem vollgepackten Rucksack können ebenfalls eine hervorragende Vorbereitung sein, da sie den Körper auf das schwere Tragen vorbereiten. 

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Unser Tipp

Frage, wenn du einen Bergführer buchst, vorher einmal nach, wie er deine körperliche Fitness anhand deines alltäglichen Lebens einschätzt. In der Regel können solch erfahrene Bergführer ganz gut entscheiden, ob du schon für eine Hochtour geeignet bist.

Wenn regelmäßige Wanderungen, Bergtouren und/oder Sporteinheiten momentan noch nicht zu deinem alltäglichen Leben gehören, dann könnte es auf der Hochtour sehr ungemütlich werden. Und obwohl man den Körper auf bestimmte Bedingungen, wie beispielsweise die dünne Höhenluft, außerhalb der Berge nur sehr schwer vorbereiten kann, lohnt sich jede einzelne sportliche Betätigung.

Auch dein Mindset sollte stimmen

Du kennst es sicherlich schon von langen Wanderungen oder Bergtouren, wenn der Körper müde wird und der Weg nach oben scheinbar kein Ende nimmt. In solchen Momenten spielt das richtige Mindset eine entscheidende Rolle. Besonders, wenn man auf einem Gletscher - mit keinem direkten Anschluss zur Zivilisation - unter der prahlenden Sonne wandert.

Das Bewusstsein, dass nicht immer alles nach Plan verläuft, hilft, Rückschläge während der Tour gelassener zu nehmen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind besonders wichtige Qualitäten, die es ermöglichen, auf veränderte Bedingungen schnell zu reagieren und Entscheidungen zu treffen, die die Sicherheit und das Wohlbefinden der Gruppe gewährleisten. Ein gutes Mindset bedeutet auch, die eigenen Grenzen zu kennen und zu respektieren, ohne dabei den Mut zu verlieren, sich neuen Herausforderungen zu stellen. 

Zur Vorbereitung für eine Hochtour gehört daher auch, mental zu trainieren: sich mit möglichen Szenarien auseinanderzusetzen, mentale Stärke aufzubauen und eine positive Einstellung zu kultivieren. Diese innere Haltung wird nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Gipfelerfolgs erhöhen, sondern auch sicherstellen, dass die Erfahrung, unabhängig vom Ausgang, als bereichernd und erfüllend empfunden wird.

Entscheide dich für einen "anspruchslosen" Berg

Keinen Berg kann man generell als anspruchslos bezeichnen, denn jede Hochtour kann durch Faktoren, wie beispielsweise das Wetter, zu gefährlichen Situationen führen. Dennoch gibt es einige Gipfel und Touren, die technisch nicht ganz so anspruchsvoll sind und sich daher hervorragend für Einsteiger eignen. Einfache Viertausender in den Alpen, die mit weniger extremen Steigungen und geringeren technischen Anforderungen aufwarten, bieten die perfekte Gelegenheit, erste Erfahrungen in der Welt des Hochgebirgsbergsteigens zu sammeln. Diese Berge ermöglichen es, die Faszination des Bergsteigens zu erleben, ohne sich gleich den anspruchsvollsten Bedingungen aussetzen zu müssen.

Die Wahl eines solchen Berges als Ziel für die erste Hochtour kann entscheidend sein für den Erfolg und das Genießen der Erfahrung. Es geht nicht darum, sich selbst zu überschätzen und direkt die schwierigsten Gipfel anzustreben, sondern vielmehr darum, ein fundiertes Verständnis für alpine Bedingungen zu entwickeln und die eigenen Fähigkeiten schrittweise zu erweitern. Auf diesen sogenannten "einfacheren" Touren kann man wertvolle Praxis in Sachen Orientierung, Wettereinschätzung und dem Umgang mit der Ausrüstung sammeln, ohne von Beginn an überfordert zu sein. 

Daher ist es klug, sich zunächst für einen Berg zu entscheiden, der als weniger anspruchsvoll gilt. Auch hier wirst du wieder - wenn du dich bei Bergschulen über eine Hochtour für Anfänger informierst - sicherlich direkt Touren und Berge vorgeschlagen bekommen, die den Anforderungen von Einsteigern gerecht werden.

Informiere dich über die passende Ausrüstung

Bevor du dich auf den Weg machst, ist es entscheidend, sich gründlich über die notwendigen Ausrüstungsgegenstände zu informieren und sicherzustellen, dass du für alle Eventualitäten gerüstet bist. Angefangen bei den Bergschuhen, die je nach Schwierigkeitsgrad der Tour in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, bis hin zur speziellen Bekleidung, die dich vor den Elementen schützt. Bergschuhe der Kategorie B/C oder C sind beispielsweise ideal für Hochtouren, da sie einen guten Kompromiss zwischen Flexibilität und Stabilität für das Gehen in unwegsamem Gelände und auf Schnee bieten.

Neben der Wahl der richtigen Schuhe spielt auch die Bekleidung eine entscheidende Rolle. Schichten sind hierbei das Zauberwort – von der atmungsaktiven Unterwäsche, die Feuchtigkeit vom Körper wegleitet, über isolierende Schichten, die Wärme speichern, bis hin zur wasserdichten und winddichten Außenschicht. Jedes Kleidungsstück hat seinen Platz und Zweck, um dich vor den wechselhaften Bedingungen im Hochgebirge zu schützen. Vergiss zudem nicht essenzielle Ausrüstungsgegenstände wie einen Helm, Klettergurt, Eispickel und Steigeisen, die für Sicherheit auf Eis und Fels sorgen. 

Ein weiterer Tipp ist, dass du deinen Rucksack so leicht wie möglich hältst. Besonders auf langen Hochtouren, wo die Luft dünn ist, kann das Gewicht schnell für Probleme sorgen und sollte daher nicht unterschätzt werden. Informiere dich darüber, wie du deinen Rucksack möglichst gewichtsschonend packst und verzichte auf alles, was nicht zwingend notwendig ist.

Übernachte vorab schonmal in einer Berghütte

Wichtig bei der Vorbereitung auf deine erste Hochtour ist auch die Gewöhnung an die besonderen Übernachtungsbedingungen im Gebirge. Eine Nacht in einer Berghütte zu verbringen, bietet dir nicht nur die Möglichkeit, die atemberaubende Stille und den Sternenhimmel in den Bergen zu genießen, sondern bereitet dich auch auf die Gemeinschaftsunterkünfte vor, die auf vielen Touren Standard sind. Das Teilen eines Matratzenlagers mit anderen Bergbegeisterten mag zunächst ungewohnt erscheinen, ist aber ein wesentlicher Teil der Hochtour-Erfahrung und fördert den Gemeinschaftssinn unter Gleichgesinnten.

Diese Erfahrung vorab zu machen, hilft dir, besser zu verstehen, was du von der Unterkunft auf deiner Hochtour erwarten kannst. Es gibt dir die Chance, deine Packliste zu überprüfen und sicherzustellen, dass du alle notwendigen Gegenstände dabei hast – von Ohrenstöpseln bis hin zu einem Hüttenschlafsack, der auf vielen Berghütten Pflicht ist. Außerdem kannst du dich mit dem Verhalten in einer Hütte vertraut machen, einschließlich der Respektierung der Ruhezeiten und der Nutzung gemeinsamer Einrichtungen. 

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Wenn du die Erfahrung gemacht hast, gar nicht damit klarzukommen, ein Mehrbettzimmer zu teilen, solltest du so etwas der Person mitteilen, die für die Planung der Hochtour verantwortlich ist. In einigen Berghütten kann man - natürlich gegen Aufpreis - auch ein Zweitbettzimmer oder andere Alternativen buchen, sodass man nicht im Matratzenlager schlafen muss.

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