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Biwakieren 101: Das solltest du wissen!

Biwakieren ist das Übernachten im Freien ohne festes Zelt und wird häufig von Wanderern praktiziert, die in der freien Natur mit minimalem Aufwand unter freiem Himmel schlafen möchten oder in eine Notlage geraten. Es handelt sich dabei um eine einfache Art des Campings, bei der in der Regel nur eine Schlafunterlage, ein Schlafsack und gegebenenfalls - falls vorhanden - eine sogenannte Biwakschachtel verwendet werden. Diese Art der Übernachtung erfordert eine sorgfältige Planung, insbesondere in Bezug auf das Wetter und die Wahl des Standorts, um Sicherheit und Komfort zu gewährleisten.

Inhaltsverzeichnis


Rechtliche Aspekte des Biwakierens
Ausrüstung und Vorbereitung
Techniken und Tipps zum Biwakieren
Die Biwakschachtel als Unterkunft
FAQ rund ums Biwakieren


In vielen Regionen sind die gesetzlichen Bestimmungen für das Biwakieren streng geregelt, um die natürliche Umgebung zu schützen. Es ist daher unerlässlich, sich vor einem geplanten Biwak über die örtlichen Bestimmungen zu informieren. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur steht im Vordergrund, um diese unversehrt zu hinterlassen. Erfahre in diesem Beitrag alles Interessante rund ums Biwakieren.

Rechtliche Aspekte des Biwakierens

Das Biwakieren unterliegt spezifischen gesetzlichen Regelungen, die je nach Standort sehr unterschiedlich sein können. In vielen europäischen Ländern, wie z.B. Deutschland oder der Schweiz, ist das Biwakieren in Naturschutzgebieten oder Nationalparks oft streng reglementiert, um die Flora und Fauna zu schützen. Generell sollte man sich daher genau informieren, welche Regelungen in der gewünschten Region gelten.

In manchen Gebieten darf man beispielsweise nur eine Nacht bleiben und kein Zelt aufschlagen, in anderen ist das Biwakieren ganz verboten. In der Regel ist es erlaubt, ein Notbiwak zu machen, wenn man wegen unvorhergesehener Umstände wie schlechtem Wetter oder Erschöpfung nicht mehr weiter kann. Wichtig ist dabei allerdings, keinen Müll zu hinterlassen und den Platz so zu wählen, dass die Natur keinen Schaden nimmt. 

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Unsere Empfehlung

Informiere dich immer über die Reglungen in deiner gewünschten Region, da diese je nach Aufenthaltsort sehr unterschiedlich sein können.

Außerdem sollte immer darauf geachtet werden, dass Biwakieren nicht mit Camping verwechselt wird. Beim Biwakieren verzichtet man auf jeglichen Luxus und benutzt nur eine Schlafmatte und einen Schlafsack, manchmal auch eine einfache Regenhülle. Diese Art der Übernachtung erfordert eine gute Wetter- und Ortskenntnis, da es bei Regen, Schnee oder Gewitter viel schneller zu gefährlichen Situationen kommen kann.

Ausrüstung und Vorbereitung

Biwakieren ist eine minimalistische Art des Campings, bei der man direkt in der Natur übernachtet, meist ohne Zelt und nur mit der notwendigsten Ausrüstung.

Diese Art des Übernachtens im Freien erfordert eine sorgfältige Auswahl der Ausrüstung, um Sicherheit und Komfort zu gewährleisten und gleichzeitig den direkten Kontakt mit der Natur zu genießen.

Folgende Gegenstände sollten zu deiner Grundausrüstung gehören:

  • Schlafsack
  • Isomatte
  • Biwaksack
  • Stirnlampe
  • Leichte, aber warme Bekleidung
  • Notfall-Kit
  • Geg. Wasseraufbereitungsmittel
  • Geg. Kompakter Kocher und Brennstoff

Die Wahl des richtigen Schlafsacks ist entscheidend, da die Temperaturen je nach Region vor allem in der Nacht stark abfallen können. Eine gute Isomatte isoliert nicht nur gegen die Bodenkälte, sondern bietet auch einen nötigen Liegekomfort. Der Biwaksack schützt vor Wind und leichtem Regen, ohne den direkten Kontakt zur Natur wesentlich zu beeinträchtigen. 

Neben der Ausrüstung ist eine gründliche Vorbereitung unerlässlich. Die Wettervorhersage studieren, um nicht von schlechtem Wetter überrascht zu werden, und sich über die Gegebenheiten und Regeln des Biwakplatzes informieren. Eine kleine Notfallausrüstung, bestehend aus Erste-Hilfe-Set, einem Mehrzweckwerkzeug und eventuell einem Notfall-Kommunikationsgerät, sollte immer dabei sein. Außerdem ist es hilfreich, die Nummern der Bergwacht für Notfälle einzuspeichern und immer jemand anderem Bescheid zu sagen, wo man unterwegs ist.

Techniken und Tipps zum Biwakieren

Die Wahl des richtigen Biwakplatzes ist entscheidend für eine gute Nacht im Freien. Ideal ist eine natürliche Unterlage, die etwas Windschutz bietet und flach genug ist, um bequem liegen zu können. Vermeide es, in Mulden zu schlafen, die sich bei Regen schnell mit Wasser füllen. Stattdessen sollte man leicht erhöhte Stellen suchen, die eine bessere Drainage bieten. Es ist auch wichtig, dass der gewählte Platz einen sicheren Abstand zu Wasserquellen und Wanderwegen einhält, um dich und die Natur sowie die Privatsphäre zu schützen.

Eine effiziente Gestaltung des Biwakplatzes kann den Komfort erheblich steigern. Wenn du einen Biwaksack verwendest, achte darauf, dass er deinen Anforderungen entspricht und dich vor allem vor Wind- und Wasser schützt. Ein Tarp bietet - solange erlaubt - zusätzlichen Schutz vor Regen und kann mit Seilen zwischen Bäumen oder mit Hilfe von Wanderstöcken gespannt werden. Die richtige Positionierung des Tarps ist entscheidend, um einen wirksamen Schutz vor Witterungseinflüssen zu gewährleisten und gleichzeitig eine ausreichende Belüftung zu ermöglichen. 

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Unsere Empfehlung

Teste und überprüfe deine Ausrüstung unbedingt vorher. So stellst du sicher, dass du weißt, wie du mit deiner Ausrüstung umgehen musst und ob sie noch intakt ist.

Sei außerdem immer auf unvorhergesehene Wetterumschwünge vorbereitet. Überprüfe die Wettervorhersage vor der Nacht im Biwak und sei bereit, deine Pläne anzupassen, falls sich das Wetter unerwartet ändert. Halte immer warme Kleidung und einen Regenschutz griffbereit und vergiss nicht, deinen Biwakplatz sauber und ohne Spuren zu hinterlassen. Außerdem ist es hilfreich, sich im Vorfeld über Hütten und Notunterkünfte zu informieren, die man schnell erreichen kann, falls das Wetter in der Nacht doch unerwartet umschlagen sollte.

Die Biwakschachtel als Unterkunft

Biwakschachteln sind einfache Schutzhütten, die vor allem in abgelegenen Bergregionen als Notunterkünfte für Wanderer und Bergsteiger dienen. Die kleinen, robusten Konstruktionen aus Materialien wie Blech, Wellblech, Holz oder Kunststoff bieten Schutz vor extremen Witterungsbedingungen und werden oft an strategisch wichtigen Punkten wie Bergsätteln oder in der Nähe von Gipfeln aufgestellt. Sie sind oft mit einer Grundausstattung wie Decken, Kerzen und einigen Notvorräten ausgestattet, die sie im Notfall zu einem lebensrettenden Zufluchtsort machen können.

Die Zugänglichkeit und die einfache Bauweise der Biwakschachteln geben dem Wanderer Sicherheit bei plötzlichen Wetterumschwüngen oder auf langen, anspruchsvollen Touren. Die Hütten sind in der Regel unverschlossen und dank ihrer hohen Eingänge auch bei Schneelage zugänglich. Dadurch sind sie wichtige Stützpunkte für Bergtouren und dienen hin und wieder auch als Basislager für Kletterrouten in der Umgebung. 

Biwakschachteln erfüllen eine wichtige Funktion im Alpinismus, ihre zunehmende Nutzung als Übernachtungs- oder Partyplätze führt jedoch zu Problemen wie Müll und Verschmutzung. Es ist daher wichtig, dass die Besucher die Grundsätze der Naturverträglichkeit und des Respekts beachten. Das bedeutet, dass man die Hütten sauber hinterlassen und alle Abfälle wieder mitnehmen soll, sodass sich der nächste Wanderer genau so sehr über eine saubere Notunterkunft freuen kann.

FAQ rund ums Biwakieren

Ist Biwakieren erlaubt?

Ob Biwakieren erlaubt ist oder nicht, hängt davon ab, wo du biwakieren möchtest. Informiere dich daher am besten über die Regelungen in deinem geplanten Wandergebiet. In Nationalparks und Naturschutzgebieten ist es in der Regel verboten.

Ein Notbiwak ist normalerweise überall erlaubt, da es deiner Sicherheit dient. Solange das Biwakieren nicht verboten ist, wird es auch grundsätzlich toleriert. Achte aber darauf, dass du den Platz so verlässt, wie du ihn vorgefunden hast.

Was ist Notbiwakieren?

Notbiwakieren bedeutet, dass du zum Beispiel bei Wanderungen oder Bergtouren in eine brenzlige Lage gekommen bist und es daher sicherer ist, am Berg zu biwakieren, als weiter abzusteigen.

Das meist unvorhergesehene sorgt dafür, dass man in der Regel kaum Ausrüstung mit dabei hat. Daher wird bei vielen längeren und ausgesetzteren Bergtouren empfohlen, ein Biwaksack mitzunehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Zelten und Biwakieren?

Der Unterschied zwischen Zelten und Biwakieren liegt darin, dass man beim Biwakieren unter dem freien Himmel schläft. Bedeutet, man hat meist nur eine Isomatte, Schlafsack und Biwaksack und ist daher deutlich weniger geschützt. 

Ist ein Biwaksack wasserdicht?

Ja, ein guter Biwaksack sollte sowohl Wind- als auch Wasserdicht sein. Außerdem sollte er auch atmungsaktiv sein, sodass er größtmöglichen Komfort bietet.

Warum ist Biwakieren verboten?

Grundsätzlich ist Biwakieren nicht überall verboten. Wenn es allerdings ein Verbot gibt, kann das viele verschiedene Gründe haben. Darunter gehören vor allem der Schutz der Flora und Fauna, indem man Lärm, Schmutz und weitere Faktoren vermeiden will.

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