Sobald der Sommer an der Tür klopft und die Tage wieder länger und heißer werden, hält man es beim Klettern in der Halle oder am Fels meist nicht mehr aus. Daher gibt es eine gute Alternative zum Klettern in den Bergen. Diese nennt sich Deep Water Soloing und bedeutet soviel, wie, dass man über dem Wasser klettert. Doch nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter kann man dem ungemütlichen Wetter in Europa entfliehen und in Ländern der Südhalbkugel bei warmen Temperaturen klettern gehen.

Neben den sportlichen Aktivitäten kann man es sich beim Deep Water Soloing auch auf dem Boot gemütlich machen und sich in der sommerlich warmen Sonne bräunen lassen, bevor man anschließend eine weitere Route in Angriff nimmt.

Klettern über dem Wasser

Tonsai Beach /Thailand

Zu einem der bekanntesten Kletterspots beim Deep Water Soloing gehört der Tonsai Beach in Thailand. Während der Weihnachtszeit tummeln sich hier eine Menge Kletterer, die die Klippen in der warmen Sonne erklettern möchten. Daher sollte man, wenn man es lieber ruhig und einsam hat, die Zeit zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar meiden.

Die Routen in diesem Gebiet gelten als relativ schwierig, da man mindestens 6a klettern sollte, um die lohnenswerten Routen schaffen zu können. Besonders Lohnenswert sind zum Beispiel die Routen in den Sektoren Tonsai-Wall, Dums Kitchen und Tirolean Wall, welche alle im Schwierigkeitsgrad 6c bis 8b liegen.

Nach einem anstrengenden Klettertag kann man sich hier noch eine Weile am Strand entspannen, schwimmen und Schnorcheln gehen oder zurück zur Ferienanlage wandern. Um den Tonsai Beach herum gibt es nämlich eine Menge verschiedene Ferienhäuser und Hotels, welche ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Railey Beach/Thailand

Nur wenige Gehminuten vom Tonsai Beach entfernt erreicht man den Railey Beach während der Ebbe. In diesem Klettergebiet gibt es zwar mehr einfachere Routen, was für die meisten Genusskletterer allerdings kein großer Vorteil ist, da dann dort auch viele Kletterkurse stattfinden, bei denen mindestens genau so viele Kletterer unterwegs sind wie am Tonsai Beach.

Wer sein Können unter Beweis stellen möchte und gerne vor anderen Menschen klettert, ist hier genau richtig. Am Strand liegen so gut wie immer eine Menge Touristen, die noch nie etwas von Deep Water Soloing gehört haben und dich auch dementsprechend angucken, wenn du plötzlich mit Karabinern und Seilen an ihren Liegen vorbeiläufst.

Klettern an heißen TagenHa Long Bay/Vietnam

Auch die Ha Long Bay ist ein traumhaft schönes Kletterdomizil für jeden, der im Winter dem kalten Europa entfliehen möchte. Da die Klettergebiete mittlerweile von der Regierung stark reglementiert werden, ist hier die beste und einfachste Lösung, dass man eine geführte Tour bucht. Dies sollte am besten beim einzig lizensierten Veranstalter „Asia Outdoors“ gemacht werden.

Dabei fährt man auf einem Boot zu den verschiedenen Kletterspots, findet in der Gruppe vielleicht neue Kletterpartner und muss sich keine Sorgen um irgendwelche organisatorischen Dinge machen. Selbstverständlich kann man die Region auch auf eigene Faust per Mietboot erkunden, allerdings ist dies meist ein hartnäckiger Kampf.

Paradiessee/Deutschland

Ja sogar in Deutschland gibt es die Möglichkeit zum Deep Water Soloing. An einem Steinbruch am Paradiessee kann man im 8. Schwierigkeitsgrad klettern gehen. Es soll zwar eine Route geben, die sich im 7. Schwierigkeitsgrad befindet, allerdings gilt auch bei dieser Tour schon der Einstieg in die Wand als relativ schwierig.

Da in den letzten Jahren immer mehr Menschen auf dieses kleine Klettergebiet aufmerksam geworden sind, hat sich auch die Landschaft dementsprechend stark verändert. Das kleine Deep Water Soloing Paradies inmitten von Deutschland wurde leider immer mehr zugemüllt und überlaufen, sodass es immer unatraktiver für Kletterer wurde.

Klettern über dem Wasser

Costa Blanca/Spanien

Unmittelbar in der Nähe der Kleinstadt Calpe gibt es eine Menge Klettergebiete, Sektoren und Sportkletterrouten, auf denen man sich als Kletterer austoben kann. Um genau zu sein sind es in dem Bereich der Costa Blanca mittlerweile 45 Klettergebiete mit ca. 2500 Routen in allen Schwierigkeitsgraden.

In Schwierigkeitsgraden von 5c – 6c haben hier auch relative Anfänger ihren Spaß. Da manche Gebiete nicht mehr so stark genutzt werden, ist dort das Hakenmaterial auch dementsprechend veraltet. Umso schöner ist es in den bekanntesten Klettergebieten an der weißen Küste. Dazu gehören unter anderem die Gebiete Sierra de Toix, Moreira, Font d’Axia und Guadalest.

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