Die Bergwacht im Portrait

Nicht immer zeigen sich die Berge von ihrer schönsten Seite. Das Wetter, die Verhältnisse und immer mehr Bergsportler, die sich überschätzen - Die Gefahren steigen und führen zu immer mehr Unfällen. Angefangen bei Bauchschmerzen bis hin zum Tod. Wenn es in den Bergen zu Notfällen kommt, muss die Bergwacht anrücken.

Doch wer ist die Bergwacht überhaupt, warum setzen sie ihr eigenes Leben auf's Spiel, um andere zu retten und wie es sein kann, dass immer mehr Menschen die Leistungen der Bergwacht ausnutzen, erfährst du in diesem Beitrag.

Wer ist die Bergwacht?

Die Bergwacht besteht aus einer ausgebildeten Gemeinschaft ehrenamtlicher Retter und ist in jeweils unterschiedliche Landesorganisationen unterteilt. Alleine in Deutschland zählt die Hilfsorganisation über 14.500 Mitglieder und ist damit die größte Rettungsstelle, wenn es darum geht, Personen aus unwegsamen Gelände im Mittel- und Hochgebirge zu retten.

Vom Kindergärtner bis zum Arzt - Die Mitglieder der Bergwacht kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Ab einem Alter von 14 Jahren kann man beim Bergrettungsdienst starten. Doch auch im späteren Berufsalltag entscheiden sich viele Menschen dazu, der Bergrettung beizutreten.

Trotz der Unterschiede in ihren jeweiligen Lebenssituationen, haben alle Bergretter das gleiche Ziel. Sie möchten dort Menschenleben retten, wo es für andere Rettungsdienste kaum zu schaffen ist.

Die Aufgaben der Bergwacht

Das Einsatzspektrum der Bergwacht ist relativ hoch und sehr facettenreich. Während die Hilfsorganisation früher nur dafür zuständig war, Menschen aus unwegsamen Gelände, meist den Bergen zu retten, haben sich mittlerweile sowohl das Einsatzgebiet, als auch die verschiedenen Aufgabenbereiche erweitert.

Mit der Zeit haben sich viele kleine Spezialeinsatzgebiete entwickelt. So gehören zu den Aufgaben der Bergwacht folgende Dinge:

  • Rettung aus unwegsamen Gelände
  • Notfallmedizinische Versorgung im Gelände
  • Höhenrettung
  • Seilbahnrettung
  • Felsrettung
  • Pistenrettung
  • Canyoning-Rettung
  • Höhlen- & Grubenrettung
  • Gleitschirm und Baumrettung
  • Rettungshunde

Zusätzlich wird die Bergwacht heutzutage auch als Naturschutzorganisation angesehen und hilft neben dem Bereich der Veranstaltungsabsicherung auch im Katastrophenschutz.

Wenn man das eigene Leben auf's Spiel setzt, um andere zu retten

Immer wieder kommt es in den Bergen zu schweren Unfällen. Dabei verunglücken häufig diejenigen, die im gefährlichen Gelände unterwegs sind. Da die Notversorgung bei Verunfallten jedoch so schnell wie möglich erfolgen muss, begeben sich die Bergretter in vielen Einsätzen an sehr gefährliche Orte.

Sie gehen über Spaltenreiche Gletscher, fliegen mit dem Helikopter über gefährliche Schluchten und suchen auch bei schlechtem Wetter zu Fuß nach den verunglückten Opfern. Dabei setzen sie manchmal sogar ihr eigenes Leben auf's Spiel, um das der anderen zu retten.

Das Problem mit der Bergwacht

Immer mehr Menschen zieht es in die Berge. Viele möchten Bilder von den schönsten Orten der Welt machen und gehen dafür teilweise über alle Grenzen. Was dabei zum Problem wird, ist, dass sich viele unerfahrene Bergsportler auf die Bergwacht verlassen.

Sie haben das Gefühl, dass die Bergwacht die Absicherung zum Leben sei. Dadurch machen sie sich weniger Gedanken und gehen ein größeres Risiko ein. Es ist eine Einstellung, die mittlerweile sehr viele haben und doch setzen sie dabei nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben der Bergretter auf's Spiel.

Letztendlich ist es immer noch die Natur, die in den Bergen die meisten Unfälle verursacht. Und gegen die Natur hat niemand eine Chance. Daher sollte man immer erst selber nachdenken, wen man durch unüberlegte Touren in Gefahr bringen kann. Die Bergwacht sollte nur ich echten Notfällen gerufen werden und ist kein Ticket vom Berg ins Tal.

Bergretter werden

Wer sich in den Bergen zu Hause fühlt und es liebt, anderen Menschen zu helfen, kann selbstverständlich auch ein Teil der Bergwacht werden. In der zweijährigen Ausbildung lernt man alles Wichtige, was man wissen muss, um vom Alpinisten zum Bergretter zu werden. Wenn du an der Ausbildung teilnehmen möchtest, musst du zunächst mit der nächstgelegenen Ortsstelle Kontakt aufnehmen.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass es bei der Bergwacht nur äußerst wenige Berufsanstellungen gibt. Die meisten Bergretter arbeiten ehrenamtlich. Weitere Infos dazu, wie du Bergretter wirst, erfährst du auf der offiziellen Seite der Bergrettung.

Die Bergwacht unterstützen

Durch Spendengelder stehen den Bergrettern mehr Möglichkeiten in der Infrastruktur, Ausrüstung und Ausbildung zur Verfügung. Daher erfreut sich die Bergwacht über jede Spende. Die offizielle Seite zum Unterstützen der Bergwacht findest du hier.

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