Kuhangriff - Eine vermeidbare Gefahr im Gebirge

Spätestens nachdem im Jahre 2014 ein Wanderer durch einen tragischen Kuhangriff zu Tode gekommen ist, hat jeder von der vermeintlich neuen Gefahr mitbekommen. Denn, was viele Wanderer und Bergsportler bei dem Vorfall empört hat, war, dass der Bauer für den Unfall haften sollte und einen Schadensersatz zahlen musste. Dieser hätte nach dem ersten Urteil seine gesamte Existenz gefährdet. Doch sind Kuhangriffe wirklich die neue Gefahr in den Bergen, wie kann man sie vermeiden und was ist im schlimmsten Falle zu tun?

Kuhangriff - Sind die Tiere wirklich so gefährlich?

Wer noch keine Berührung mit aggressiven Kühen gemacht hat, kann sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass die Tiere anderen Lebewesen Schaden zufügen können. Doch was man nicht vergessen darf, ist, dass auch Kühe in der Nahrungskette stehen. Das bedeutet nicht nur, dass sie andere Dinge fressen, sondern dass sie auch von anderen gefressen werden, also Feinde haben.

Doch ob nun vom Menschen, einem Wolf oder einem Bär. Wer angegriffen wird, verteidigt sich dementsprechend dagegen, um in Notsituationen überleben zu können. Und so ist das auch bei Kühen. Sie können nicht unterscheiden, ob man sie streicheln oder angreifen möchte. Wenn sie sich daher angegriffen fühlen, verteidigen sie sich, egal, ob man als Wanderer eine gute oder schlechte Absicht hatte.

Wie kommt ein Kuhangriff zustande?

Meist kommt es zu Kuhangriffen, indem sich Wanderer selbst überschätzen und die Kühe unterschätzen. Das führt dazu, dass viele Touristen auf die Almwiesen gehen, die Tiere streicheln oder sogar Selfies mit ihnen machen möchten.

Besondere Vorsicht gilt es bei Mutterkühen zu beachten. Denn wie bei fast allen anderen Tierarten möchten auch Kühe ihren Nachwuchs schützen. Daher sollte man, selbst wenn das Bild mit den kleinen Kälbern noch schöner wäre, besonders in dieser Zeit einen großen Bogen um die Kühe machen. Die Tiere sehen nur sehr unscharf, wodurch sie so gut wie jede Bewegung, die auf sie zugemacht wird, als Gefahr ansehen könnten.

Worauf sollte man auf Almwiesen achten?

Das wahrscheinlich wichtigste, was man machen sollte, wenn eine Alm mit Kühen in Sicht ist, ist, den Hund an die Leine zu nehmen. Dieser stammt nämlich vom Wolf, einem natürlichen Fressfeind der Kuh ab und kann sie alleine schon durch seine Anwesenheit beunruhigen. Auch der Hund kann seinem natürlichen Jagdinstinkt manchmal nicht widerstehen, woraufhin er einfach losrennt und die Kühe über die Wiesen jagt. Falls es jedoch zu einem Kuhangriff kommen sollte, muss der Hund unbedingt von der Leine gelöst werden. Denn erst dann kann er sich auch selbst schützen und im besten Falle vor der Kuh fliehen.

Des Weiteren empfiehlt es sich, besonders wenn man mit einem Hund unterwegs ist, einen großen Bogen um die Kühe zu gehen. So geht man der Gefahr direkt zu Beginn aus dem Weg und muss sich keinerlei Sorgen über aggressive Kühe machen. Falls es allerdings keine Möglichkeit dazu gibt, muss man auf die Körpersprache des Tieres achten und sich langsam fortbewegen. Wenn die Kuh den Kopf senken, brüllen oder Schnaufen sollte, kann dies ein Anzeichen für das Gefühl der Bedrohung sein.

Was tun, wenn man von einer Kuh angegriffen wird?

Falls es trotz der Maßnahmen doch zu einem Kuhangriff kommen sollte, gibt es eine Sache, die man unbedingt tun sollte. Man muss der Kuh Angst einjagen, um sie dadurch zu verwirren und zu verscheuchen. Dies kann man tun, indem man laute Geräusche von sich gibt, sich groß macht, eventuell den Rucksack in die Höhe hält oder einen Stock in der Luft wedelt.

Um sich anschließend in Sicherheit zu bringen, muss man langsam rückwärts gehen, der Kuh nicht den Rücken kehren und auch nicht schnell wegrennen.

Wenn du so drauf bist, hast du in den Bergen nichts zu suchen

Klingt zwar sehr extrem, muss in der heutigen Zeit aber auch mal gesagt werden. Denn wenn man ein schönes Erinnerungsbild machen möchte, ist das die eine Sache. Doch was überhaupt nicht geht, sind bestimmte Trends, die es mittlerweile auf den verschiedensten Plattformen gibt. Bei der „Kulikitaka Challenge“ Beispielsweise erschrecken Leute Tiere, um das auf Video aufzunehmen und anschließend im Internet hochzuladen.

Dies kann nicht nur tödliche Unfälle zur Folge haben, die Tiere beängstigen oder sogar diese verletzen, sondern auch den zuständigen Bauern in eine Situation bringen, in der er im schlimmsten Falle seine gesamte Existenz verlieren könnte.

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