Die erste Hochtour

Die erste Hochtour ist immer ein ganz besonderes Erlebnis. Vor allem, wenn man in den Alpen unterwegs ist und zum ersten Mal mit einem Gletscher in Kontakt kommt, bei dem es auch Gletscherspalten gibt. Bevor man diese allerdings gehen kann, muss man sich unbedingt richtig auf die Hochtouren vorbereiten.

Dabei ist nicht nur von der richtigen Ausrüstung oder Fitness die Rede, sondern auch davon, dass man sich im alpinen Gelände auskennt. Wenn das nicht der Fall ist, kann es nämlich auch auf vermeintlich kleinen Bergen zu tödlichen Situationen kommen. Um dies vermeiden zu können, solltest du dich unbedingt richtig auf die Touren vorbereiten.

Mit Hochtouren anfangen

Wandern ist eine hervorragende Vorbereitung für die erste Hochtour.

Der Unterschied zwischen Berg- und Hochtouren

Wer noch nie eine Hochtour gegangen ist, dies jedoch bald machen möchte, fragt sich vielleicht erstmal, wo denn genau der Unterschied zwischen einer ganz normalen Berg- und Hochtour liegt. Zwischen den beiden Formen gibt es mehrere Unterschiede, die entscheidend dafür sind, ob du gerade eine Wanderung oder Hochtour machst.

Während man bei Wanderungen und Bergtouren meist in gesichertem Gelände auf gesicherten und beschilderten Wegen unterwegs ist, sieht das ganze bei Hochtouren schon anders aus. Hier führt der Weg, welcher meist nur aus einer vorgetretenen Spur besteht, durch ungesichertes Gelände, über Gletscher und Spalten hinweg bis zum Gipfel.

Da man in einem risikoreicheren Gebiet unterwegs ist, muss man auch dementsprechend mehr Ausrüstung mitnehmen. Neben Bergschuhen und der Kleidung, braucht man bei Hochtouren auch noch Eisgeräte, Steigeisen, ein Seil, je nach Tour einen Helm, eine Gletscherbrille und viele weitere kleine Ausrüstungsgegenstände.

Wie du vielleicht merkst, ist es bei Hochtouren eine ganze Menge mehr, die man mitnehmen muss. Diese Ausrüstung dient der Sicherheit und ist auch dementsprechend wichtig, weshalb du sie auf keinen Fall zu Hause lassen solltest.

Noch ein weiterer, sehr einfacher Punkt, an dem man Berg- bzw. Wandertouren mit Hochtouren unterscheiden kann ist die Höhe. Wie der Name schon sagt, ist man bei Hochtouren hoch oben unterwegs und geht oft oberhalb von 3.500m, während Berg- oder Wandertouren auf niedrigeren Bergen stattfinden, auf denen es keine Gletscher und große Schneefelder gibt.

Voraussetzungen für Hochtouren

Mit Hochtouren anfangenWer die erste Hochtour gehen möchte, sollte auf keinen Fall in’s kalte Wasser springen, sondern sich gut auf diese vorbereiten. Besonders effektiv und hilfreich ist es, wann man schon im Vorhinein eine gewisse Grundlage an nötiger Fitness mitbringt, da man das Training dadurch ein wenig reduzieren kann.

Vor allem eine gute Kondition und Ausdauer ist bei Hochtouren sehr wichtig. Diese kann man mit Laufen, Radfahren oder auch schwimmen trainieren. Natürlich kann man auch lange Wanderungen und Bergtouren gehen, sollte sich dabei jedoch im klaren sein, dass man die Leistung dabei nicht so stark und schnell verbessert wie bei intensivem Laufen oder Radfahren.

Neben der Kondition und Ausdauer ist eine der wichtigsten Dinge bei Hochtouren die Akklimatisation. Je höher man während einer Tour geht, desto länger braucht der Körper, um sich daran gewöhnen zu können. Wer aus dem Flachland kommt und keine Berge vor der Haustür hat, kann dies bei Intervallläufen oder in Höhenkammern trainieren. Die Höhenkammern werden allerdings eher bei Expeditionen um die 8.000m genutzt.

Wie und wo starte ich mit Hochtouren?

HochtournekursDer Start zu ersten Hochtour kann eigentlich ganz einfach sein. Alles, was du dafür brauchst, ist ein erfahrener Bergsteiger, die richtige Ausrüstung mit der dazu passenden Fitness und die Berge. Anschließend suchst du dir eine schöne Tour aus, die nicht zu kurz und nicht zu lange ist und ab geht’s auf die erste Hochtour.

Was ist jetzt allerdings, wenn du wirklich ganz neu mit dabei bist und keinen erfahrenen Bergsteiger kennst?! Dann sieht die ganze Sache natürlich ein bisschen anders aus, da du ohne Erfahrung niemals auf Gletschern oder Gipfelgraten rumklettern solltest. Auch Leuten, die nur einmal eine Hochtour gegangen sind, sollte man bei seiner eigenen ersten Hochtour nicht trauen.

Das Zauberwort für all diejenigen, bei denen dies der Fall ist, sind Kurse. Es gibt viele alpinen Kurse, bei denen man vom DAV oder einem Reiseveranstalter alles wichtige zum Thema Hochtouren gelehrt bekommt. Für Hochtouren sind, wie der Name schon sagt, Hochtouren- oder Gletscherkurse geeignet. Bei diesen wird man von erfahrenen Bergführern an die Hand genommen und bekommt alles wichtige gezeigt.

Dazu gehören zum Beispiel Wetterkunde, Knotenkunde, die Spaltenbergung und das richtige Gehen mit Steigeisen. Selbstverständlich geht man bei diesen Kursen je nach Veranstalter schon seine erste Hochtour. Diese kann man dann auch wirklich genießen, da man einen erfahrenen Bergführer mit dabei hat und sich keinerlei Sorgen um die Routenplanung usw. machen muss.

Auch schön ist bei diesen Kursen immer wieder, dass man dabei neue Leute kennenlernt. Da jeder auf dem gleichen Level ist, macht man später vielleicht einige weitere Kurse zusammen und hat dann für die Zukunft schon einen Tourenpartner. Was man sich jedoch immer bewusst machen sollte, ist, dass man nach diesen alpinen Kursen kein Profi ist.

Auch wenn man eine Menge gelernt hat, viel mehr weiß als jeder andere Freundeskreis und man sich die Abfolge bei der Spaltenrettung merken konnte, bedeutet es noch lange nicht, dass man direkt in’s Gelände kann und die erste eigene Hochtour ohne Bergführer gehen kann. Dies sollte man erst tun, wenn man sich wirklich sicher fühlt, da in den Bergen jeder sowieso eigene Entscheidungen treffen muss.

Wie geht es denn nun weiter?

Die Frage, wann du ohne Bergführer eine Hochtour gehen kannst, kann dir niemand anderes beantworten. Du selbst musst entscheiden, wann du dich wohl genug fühlst, um die erste richtige eigene Hochtour gehen zu können. Sobald du dich an die Planung machst, wird dir auffallen, wie viele Tourenmöglichkeiten es doch gibt.

Zu Beginn könntest du erst einmal mit einem einfachen 3000er starten. Wenn dir dies zu niedrig ist, kannst du selbstverständlich schon eine Tour auf einen 4000er machen. Wichtig ist aber, dass dies kein schwerer, sondern auch ein einfacher 4000er ist. Nun stellen sich noch viele weitere Fragen. Mit Gletscher oder ohne Gletscher, in der Schweiz, Österreich oder Italien usw.

Am einfachsten ist es, wenn du deine eigenen Erfahrungen sammelst. Halte dir dabei immer die Gefahr vor Augen und sei vorsichtig, sodass du auch in Zukunft noch viele weitere tolle Hochtouren gehen kannst.

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