Gering
Schneedecke meist stabil. Lawinen i. d. R. nur bei großer Zusatzbelastung an extrem steilen Hängen möglich.
Die Lawinenwarnstufen bieten eine Einschätzung der aktuellen Schneesituation und zählen zu den wichtigsten Orientierungswerten für Wintersportler. Sie fassen unterschiedliche Faktoren wie den Aufbau der Schneedecke, die Wetterentwicklung und die Geländeformen zu einer Gefahrenstufe zusammen und schaffen damit eine Möglichkeit zum Einschätzen der Wahrscheinlichkeit von Lawinen.
Ein genaues Verständnis der Skala für Lawinenwarnstufen erleichtert es jedoch, mögliche Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen oder auch Touren abzusagen. Gleichzeitig hilft der Blick über die reine Zahl hinaus, die Informationen aus dem Lawinenlagebericht sinnvoll einzuordnen und mit den Bedingungen vor Ort zu verknüpfen. So entsteht ein realistisches Bild der Situation, das dir dabei hilft, einzuschätzen, wie Wahrscheinlich ein Abgang von Lawinen ist.

Lawinenwarnstufen dienen dazu, die aktuelle Lawinengefahr möglichst gut einschätzen zu können. Sie verknüpfen dabei verschiedene Beobachtungen aus Schneeprofilen, Wetterdaten und Geländeanalysen in einer Skala, die im gesamten europäischen - vor allem aber auch im Alpenraum genutzt wird. Dadurch haben Wintersportler die Möglichkeit, besser einschätzen zu können, ob sie eine Tour lieber verschieben sollten.
Darüber hinaus unterstützen Lawinenwarnstufen die konkrete Tourenplanung. Vor allem wer sich im freien Gelände bewegt, kann anhand der Gefahrenstufe abschätzen, welche Hangneigungen, Expositionen oder Höhenlagen mehr Aufmerksamkeit erfordern bzw. zu meiden sind. Die Einstufung hilft dabei, Risiken nicht nur wahrzunehmen, sondern diese auch aktiv in die Entscheidungsfindung vor Ort einzubeziehen.
Gleichzeitig erfüllen Lawinenwarnstufen eine wichtige Präventionsfunktion. Sie schaffen Bewusstsein für die aktuelle Schneesituation und fördern einen verantwortungsvollen Umgang mit alpinen Risiken. Je nach Lawinenwarnstufe werden beispielsweise auch Pisten in Skigebieten oder Straßen evakuiert und gesperrt.
Schneedecke meist stabil. Lawinen i. d. R. nur bei großer Zusatzbelastung an extrem steilen Hängen möglich.
Gefahrenstellen lokal in sehr steilem Gelände. Auslösung v. a. bei großer, teils auch bei mäßiger Zusatzbelastung möglich.
Kritische Stufe: Spontane Lawinenabgänge sind möglich. Gefahrenstellen oft verbreitet je nach Exposition/Höhe.
Schneedecke in vielen Steilhängen schwach. Spontane Lawinen sind wahrscheinlich, Auslösung oft schon bei geringer Belastung mööglich.
Extrem instabile Schneedecke. Viele sehr große, spontane Lawinen möglich, teils auch in mäßig steilem Gelände.
Die Lawinenwarnstufe ist ein Orientierungswert. Für Entscheidungen zählen zusätzlich die im Lawinenlagebericht genannten Gefahrenstellen (Höhe/Exposition) sowie Beobachtungen vor Ort.
Gefahrenstufe
Kurzbeschreibung
Die Schneedecke gilt überwiegend als stabil. Lawinen werden meist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr steilen Stellen ausgelöst. Allgemein sind es sichere Verhältnisse.
Empfehlungen im ungesicherten Gelände
Eine umsichtige Spurwahl ist besonders in extrem steilen oder windbeeinflussten Bereichen sinnvoll.
Gefahrenstufe
Kurzbeschreibung
Die Schneedecke ist relativ stabil, weist jedoch an steilen Hängen Schwachstellen auf. Lawinen können vor allem bei großer Zusatzbelastung und an sehr steilen Hängen ausgelöst werden.
Empfehlungen im ungesicherten Gelände
Steilere Hänge und typische Gefahrenstellen sollten bewusst eingeschätzt und sehr vorsichtig befahren werden.
Gefahrenstufe
Kurzbeschreibung
An vielen Steilhängen ist die Schneedecke nur mäßig bis schwach verfestigt. Dadurch können bereits bei geringer Zusatzbelastung Lawinen entstehen. Des Weiteren sind Lawinen an steilen Hängen leicht möglich.
Empfehlungen im ungesicherten Gelände
Konservative Routenwahl und konsequente Risikominimierung. Zur Not lieber Alternativen suchen oder die Tour verschieben.
Gefahrenstufe
Kurzbeschreibung
In zahlreichen Steilhängen ist die Schneedecke schwach aufgebaut, wodurch Lawinen leicht ausgelöst werden können. Zusätzlich sind spontane, teilweise große Lawinen wahrscheinlich, die auch weiter ins Gelände hineinreichen können.
Empfehlungen im ungesicherten Gelände
Touren abseits gesicherter Bereiche sollten vermieden werden.
Gefahrenstufe
Kurzbeschreibung
Die Schneedecke ist großflächig instabil, sodass viele sehr große spontane Lawinen zu erwarten sind. Diese können auch flachere Bereiche oder Talzonen erreichen. Diese Stufe tritt eher selten auf und kennzeichnet eine außergewöhnliche Lawinensituation.
Empfehlungen im ungesicherten Gelände
Touren abseits gesicherter Bereiche sollten vermieden werden. Es besteht akute Lebensgefahr.
Die Einstufung der Lawinenwarnstufen basiert auf einer kontinuierlichen Analyse der Schneedecke sowie der aktuellen Wetterentwicklung. Lawinenwarndienste werten dazu Schneeprofile, Messdaten aus automatischen Stationen und Geländeobservationen aus. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, wie stabil einzelne Schneeschichten miteinander verbunden sind und wie stark sie auf zusätzliche Belastung reagieren.
Parallel dazu fließen meteorologische Faktoren ein, die den Aufbau der Schneedecke verändern können. Neuschneemengen, Windtransport, Temperaturverlauf und Sonneneinstrahlung beeinflussen maßgeblich, ob Schwachschichten entstehen oder sich vorhandene Spannungen verstärken können. Auch regionale Unterschiede, etwa durch Höhenlage oder Exposition, werden in die Bewertung einbezogen.
Aus der Kombination all dieser Informationen entsteht eine fundierte Gesamteinschätzung der aktuellen Lawinensituation. Diese kann man beispielsweise durch den Lawinenlagebericht mit genaueren Einschätzungen zur aktuellen Situation erhalten. Lawinenlageberichte gibt es beispielsweise vom Alpenverein.

Die aktuelle Gefahrenstufe ist ein zentraler Orientierungspunkt bei der Tourenplanung im winterlichen Gebirge. Sie gibt Aufschluss darüber, wie stabil die Schneedecke in verschiedenen Höhenlagen und Expositionen eingeschätzt wird und welche Geländeformen besondere Aufmerksamkeit erfordern. Dadurch lässt sich bereits vor dem Start abschätzen, ob man die Tour lieber verschieben sollte.
Mit steigender Warnstufe verändert sich vor allem die Auswahl geeigneter Routen. Während bei niedrigen Stufen noch viele Optionen offenstehen, rückt mit zunehmender Gefahr eine defensivere Linienführung in den Fokus. Hangneigung, Geländestruktur und mögliche Ausweichmöglichkeiten gewinnen dann deutlich an Bedeutung, da sie direkten Einfluss auf das Risiko haben.
Darüber hinaus unterstützt die Gefahrenstufe eine bewusste Entscheidungsstrategie unterwegs. Sie hilft dabei, Beobachtungen im Gelände besser einzuordnen und geplante Etappen flexibel anzupassen. Unser Tipp ist: Solltest du kein absoluter Experte sein, raten wir dir dazu, eine Tour lieber zu verschieben, als unnötige Risiken einzugehen.
Die aktuellen Lawinenwarnstufen werden von den regionalen Lawinenwarndiensten veröffentlicht und in der Regel einmal täglich aktualisiert, bei dynamischer Wetterlage auch häufiger. Die Lageberichte sind meist auf den offiziellen Websites der Alpenvereine, auf spezialisierten Bergwetterportalen sowie auf den Websites nationaler Dienste frei zugänglich und liefern neben der Gefahrenstufe auch Details zu Gefahrenstellen und Lawinenproblemen.
Unterwegs bieten mobile Apps und digitale Karten eine praktische Ergänzung, da sie die wichtigsten Informationen kompakt aufbereiten. Dadurch lässt sich die Situation kurz vor dem Start oder während der Tour erneut prüfen und mit den Bedingungen vor Ort abgleichen.
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