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Wandern mit Hund

Wandern mit Hund ist eine der schönsten Möglichkeiten, um gemeinsam Zeit in der Natur zu verbringen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit von Mensch und Tier zu tun. Hunde werden durch regelmäßige Bewegung in der Natur nicht nur körperlich fitter, sondern auch ausgeglichener und weniger stressanfällig werden. Dasselbe gilt übrigens auch für den Menschen an der anderen Seite der Leine.

Inhaltsverzeichnis

Damit eine Tour jedoch wirklich gut läuft, kann es hilfreich sein, sich ein bisschen vorzubereiten. Wer unvorbereitet mit seinem Hund in die Berge oder den Wald startet, kann eine anstrengende und im schlimmsten Fall auch gefährliche Erfahrung riskieren. Damit das nicht passiert, erfährst du in diesem Beitrag alles, was du beim Wandern mit Hund beachten solltest.

Ist mein Hund bereit fürs Wandern?

Wandern mit Hund

Nicht jeder Hund ist automatisch ein geborener Wanderbegleiter. Das hat vor allem mit seiner körperlichen Verfassung zu tun. Welpen beispielsweise sollten erst nach dem vollständigen Schließen der Wachstumsfugen auf längere Touren mitgenommen werden. Bei kleinen Rassen dauert das bis zu 12 Monate, bei großen und schweren Rassen wie dem Berner Sennenhund oder der Deutschen Dogge können es auch 15 bis 24 Monaten sein.

Das solltest du über das Wandern mit Hund wissen

Drei Dinge, die beim Wandern mit Hund beachtet werden sollten:

  • Welpen großer Rassen sollten erst ab 15-24 Monaten auf längere Touren - vorher sind die Wachstumsfugen meist noch nicht vollständig geschlossen
  • In Nationalparks und Naturschutzgebieten gilt nahezu immer Leinenpflicht - Informiere dich vor einem Besuch
  • Zu niedrige und zu hohe Temperaturen, ungefähr ab 25°C sollten gemieden werden

Gut zu wissen

Achte beim Wandern mit Hund immer auf ausreichend Pausen und Trinkmöglichkeiten. Faltbare Näpfe sowie Touren entlang von Bächen oder Seen können besonders empfehlenswert sein.

Auch bei älteren Hunden sollte man vorsichtig sein, da sie schneller an ihre körperlichen Grenzen kommen können. Gelenkprobleme, Herzprobleme oder ein eingeschränkter Kreislauf sollten dabei besonders beachtet werden. Wer sich unsicher ist, ob der eigene Hund fit genug zum Wandern ist, sollte vor der ersten großen Tour einen kurzen Check-up beim Tierarzt einplanen. Das dauert in der Regel nur wenige Minuten und kann gefährliche Situationen in den Bergen vorbeugen.

Vorbereitung & Planung der Tour

Tipps zum Wandern mit Hund

Eine gut geplante Tour ist sehr wichtig, vor allem, wenn ein Hund dabei ist. Achten sollte man darauf unter anderem auf die Temperatur: Ab etwa 25 °C kann es für Hunde beim Wandern gefährlich werden, da sie Wärme hauptsächlich über das Hecheln abgeben und sich nur sehr begrenzt selbst kühlen können. Dennoch ist dies nur ein Richtwert, da jeder Hund anders auf verschiedene Temperaturen reagieren kann.

Bei der Tourenwahl sind dann vor allem die Länge, der Untergrund und das Höhenprofil wichtig. Asphalt und grobes Geröll belasten die Pfoten deutlich stärker als weiche Waldböden und werden auch bei Sonne deutlich heißer. Steile Abstiege belasten wiederum Gelenke und Muskulatur. Als grobe Orientierung gilt: Ein gesunder, mittelgroßer Hund schafft pro Tag etwa 15-25 Kilometer, allerdings nur, wenn er daran gewöhnt ist. Man sollte unbedingt vermeiden, dass der geliebte Vierbeiner überanstrengt wird. 

Ebenso wichtig ist ein Blick auf die geltende Leinenpflicht entlang der geplanten Tour. In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist eigentlich fast immer eine Leine verpflichtend, in vielen Wäldern kann das von der Brut- und Setzzeit abhängig sein. Informiere dich daher vor einer Wanderung immer darüber, welche Regeln du als Hundebesitzer beachten musst.

Hilfreiche Gadgets für die Tour

Wandern mit Hunden

Neben der klassischen Ausrüstung gibt es einige Gadgets, die das Wandern mit Hund deutlich komfortabler und sicherer machen. Zu den sinnvollsten Anschaffungen gehören dabei GPS-Tracker, die direkt am Halsband oder Geschirr befestigt werden. Besonders in unübersichtlichem Gelände oder bei Hunden mit ausgeprägtem Jagdtrieb, kann es mal vorkommen, dass sie entwischen. Durch einen GPS-Tracker am Halsband kann man den geliebten Vierbeiner dann gut und schnell wiederfinden.

Gadgets für das Wandern mit Hund

Für das Wandern mit Hund gibt es einige praktische Gadgets, die nicht nur für mehr Komfort, sondern auch für mehr Sicherheit sorgen können.

Hunde GPS Tracker

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Ebenfalls hilfreich sind faltbare Silikon-Näpfe, die kaum Platz im Rucksack beanspruchen, sowie Pfotenbalsam für unterwegs, der aufgerissene oder überhitzten Pfoten Schutz bietet. Bei mehrtägigen Touren empfiehlt sich außerdem eine leichte Hundedecke mitzunehmen, die dann nicht nur als Schlafunterlage, sondern auch als schnelle Wärmequelle bei unerwarteten Wetterumschwüngen in höheren Lagen dient.

Das richtige Verhalten unterwegs

Sobald man auf Tour ist, muss man als Hundehalter dafür sorgen, dass die Wanderung für beide Seiten entspannt verläuft. Pausen sollten nicht erst dann eingelegt werden, wenn der Hund sichtbar erschöpft ist, sondern regelmäßig alle 45 bis 60 Minuten. Dabei sollten dem Hund mindestens 10 Minuten Ruhe sowie frisches Wasser und die Möglichkeit, sich hinzulegen, geboten werden. Auch während der eigentlichen Wanderung ist es wichtig, dass man den geliebten Vierbeiner nicht stresst, mal am Wegesrand schnuppern lässt und ihm vielleicht mal ein Stöckchen wirft.

Besondere Vorsicht ist bei Weidetieren geboten, allen voran Kühe mit Kälbern. Um einen Kuhangriff zu vermeiden, sollte man mit dem Hund einen großen Bogen um die Herde machen. Falls es doch zu einer aggressiven Begegnung kommt, ist es wichtig, den Hund von der Leine loszulassen, damit er sich selbst in Sicherheit bringen kann. Generell gilt beim Wandern, dass man auch Acht auf andere nimmt und Wildtiere in Ruhe lässt.

Gefahren & häufige Fehler

Wandertour mit Hund

Zu den unterschätzten Gefahren beim Wandern mit Hund zählen Grannen, die nadelförmigen Fortsätze von Wildgräsern. Durch ihre hakenförmige Struktur können sie sich tief ins Fell, in die Pfoten oder sogar in die Haut bohren. Sie sind winzig, kaum sichtbar und werden deshalb oft erst bemerkt, wenn der Hund bereits deutliche Schmerzen zeigt, beispielsweise durch Humpeln. Nach jeder Tour durch hohes Gras oder Getreidefelder sollte das Fell daher gründlich abgesucht werden, besonders zwischen den Zehen, an den Ohren und unter den Achseln.

Grannen im Fell

Die nadelförmigen Fortsätze von Wildgräsern können sich durch ihre Hakenstruktur tief ins Fell, zwischen die Zehen oder in die Haut bohren - oft unbemerkt, bis der Hund deutliche Schmerzen zeigt.

Hitzschlag

Ab 25 °C steigt das Risiko rapide. Typische Symptome sind starkes Hecheln, taumelnder Gang und glasiger Blick. Daher sollte man zu niedrige oder zu hohe Temperaturen unbedingt vermeiden.

Zecken

Zecken können Borreliose oder auch FSME übertragen. Nach jeder Tour sollte der Hund gründlich abgesucht werden. Vor allem Ohren, Achseln und Pfotenzwischenräume werden dabei häufig übersehen.

Weidetiere

Kühe mit Kälbern reagieren auf Hunde teils aggressiv und können sehr schnell werden. Im Falle eines Angriffs muss der Hund abgeleint werden, damit er sich in Sicherheit bringen kann.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die falsche Einschätzung der Strecke: Viele Halter orientieren sich bei der Planung ausschließlich an ihrer eigenen Kondition und vergessen, dass der Hund eventuell nicht so fit ist. Hinzu kommt, dass erste Symptome eines Hitzschlags wie übermäßiges Hecheln, ein taumelnder Gang oder ein glasiger Blick oft mit normaler Erschöpfung verwechselt werden.

Nach der Wanderung - die Nachsorge

Nach einer Wanderung mit Hund sollte man sich noch etwas Zeit für die Nachsorge nehmen. Denn Muskeln, Gelenke und Pfoten sind oft anfällig für Schmerzen. Deshalb sollten die Pfoten direkt nach der Wanderung als Erstes kontrolliert werden. Risse, eingedrungene Grannen oder kleine Schnittwunden durch Steine kommen zwar häufig vor, fallen aber oft erst auf den zweiten Blick auf. Anschließend sollte ein gründlicher Zeckencheck folgen, bei dem besonders die Stellen hinter den Ohren, in den Achseln, in der Leiste und zwischen den Zehen genau untersucht werden sollten.

Mindestens genauso wichtig wie die körperliche Kontrolle ist die anschließende Ruhe. Hunde verarbeiten körperliche Anstrengung im Schlaf. Ausreichend Erholung nach langen Touren ist deshalb besonders wichtig. Zeigt der Hund am Folgetag Anzeichen wie Lahmheit, Appetitlosigkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit, sollte nicht lange gewartet werden. Ein kurzer Besuch beim Tierarzt schafft in solchen Fällen schnell Klarheit.

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