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Merinowolle - welche Vorteile hat sie in den Bergen?

Merinowolle gilt seit Jahrzehnten als eines der vielseitigsten Naturmaterialien für den Outdoor-Bereich. Die feinen Fasern des Merinoschafs, die mit einer Stärke von 17 bis 24 Mikron deutlich feiner sind als gewöhnliche Schafwolle, vereinen Eigenschaften, die synthetische Materialien bis heute nicht vollständig replizieren können: natürliche Thermoregulierung, Feuchtigkeitsmanagement und Geruchsneutralität in einem einzigen Kleidungsstück.

Inhaltsverzeichnis

Genau diese Kombination macht Merinowolle beim Wandern so wertvoll. Wer längere Touren in den Bergen unternimmt, kennt die Herausforderung wechselnder Bedingungen: schweißtreibende Aufstiege, kühle Gipfelrasten und plötzliche Wetterumschwünge. Merinowolle ist für genau diese vielfältigen Bedingungen ideal, hält den Körper in der Balance und sorgt dafür, dass Komfort und Leistungsfähigkeit auch nach vielen Stunden beim Wandern erhalten bleiben.

Was ist Merinowolle?

Merinowolle

Merinowolle stammt vom Merinoschaf, einer ursprünglich aus Nordafrika stammenden Rasse, die heute vor allem in Australien und Neuseeland heimisch ist. Ein Großteil der Merinowolle, die heutzutage genutzt wird, stammt von australischen Merinoschafen.

Das solltest du über Merinowolle beim Wandern wissen

Drei wichtige Fakten, bevor du dein nächstes Wanderoutfit packst:

  • Merinowolle kann bis zu 35 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Schweißtransport und Tragekomfort bleiben dadurch auch bei anstrengenden Aufstiegen erhalten
  • Das natürliche Wollfett Lanolin hemmt die Vermehrung von Bakterien und verhindert Geruchsbildung. Merino-Kleidung kann auf mehrtägigen Touren mehrfach getragen werden, ohne unangenehm zu riechen
  • Merinowolle bietet natürlichen UV-Schutz von bis zu UPF 50+. Ein relevanter Vorteil, da die UV-Strahlung in den Bergen pro 1.000 Höhenmeter um rund 10 % zunimmt

Gut zu wissen

Merinowolle funktioniert ganzjährig, nicht nur im Winter. Durch ihre feinen, gekräuselten Fasern, bietet sie eine besonders gute Thermoregulierung und kratzt zudem nicht auf der Haut.

Das Besondere liegt in der Faserstruktur: Merinowolle misst zwischen 17 und 24 Mikron, ein menschliches Haar dagegen etwa 50 bis 100 Mikron. Aufgrund dieser außergewöhnlichen Feinheit pikst die Faser beim Kontakt mit der Haut nicht auf die Haut, sondern legt sich sanft an, wodurch das typische Kratzen gewöhnlicher Wolle entfällt. Zusätzlich ist jede einzelne Faser von Natur aus leicht gekräuselt, wodurch mikroskopisch kleine Luftkammern im Gewebe entstehen. 

Genau diese Luftkammern sind der Schlüssel zu den außergewöhnlichen Funktionseigenschaften, die Merinowolle beim Wandern so wertvoll machen: Sie isolieren, regulieren Feuchtigkeit und speichern Wärme, ohne dass das Gewebe schwer oder unbeweglich wird.

Thermoregulierung: Warm & kühl zugleich

Merinowolle beim Wandern

Kaum eine Eigenschaft von Merinowolle ist beim Wandern so deutlich spürbar wie die Thermoregulierung. Die natürliche Kräuselstruktur der Faser erzeugt ein dichtes Netz aus winzigen Luftkammern im Gewebe. Diese speichern die Körperwärme und bilden gleichzeitig einen Puffer gegen Kälte von außen, halten den Körper aber gleichzeitig auch kühl bei wärmeren Temperaturen.

Dieser Vorteil zeigt sich besonders auf langen Bergtouren mit wechselndem Terrain: Während des Aufstiegs nimmt die Faser überschüssige Körperwärme und Feuchtigkeit auf und gibt sie kontrolliert nach außen ab. Dadurch wird eine Überhitzung verhindert. Bei der Gipfelrast, wenn der Wind einsetzt und die Temperatur abrupt sinkt, kehrt sich der Effekt um: Die gespeicherte Wärme wird zurück an den Körper abgegeben. Merinowolle wärmt also selbst im leicht feuchten Zustand weiter. 

Merinowolle bleibt in beiden Extremen funktional und ist somit ein hervorragendes Material, das einen Wanderer sowohl beim schweißtreibenden Aufstieg als auch bei der windigen Gipfelrast zuverlässig begleitet.

Feuchtigkeitsmanagement: Kein Kleben, kein Frieren

Zwiebelprinzip

Der entscheidende Unterschied zwischen Merinowolle und anderen Materialien besteht darin, wie sie Feuchtigkeit verarbeiten. Merinowolle transportiert Schweiß aktiv ins Faserinnere und gibt ihn von dort nach außen ab. Die Haut bleibt dabei trocken, da die Feuchtigkeit nicht auf der Oberfläche verweilt. Bis zu 35 % ihres Eigengewichts kann die Faser auf diese Weise aufnehmen, ohne sich dabei nass oder klamm anzufühlen.

Auf langen Touren mit konstantem Tempowechsel, etwa beim Wechsel von steilem Aufstieg zu flachem Wanderweg, macht sich dieses Prinzip besonders bemerkbar. Während Kunstfasershirts unangenehm auf der Haut kleben und beim Abkühlen ein Kältegefühl erzeugen, was anschließend zu einer Erkältung führen kann, bleibt Merinowolle neutral, trocken und körpernah, ohne den Bewegungsfluss einzuschränken.

Geruchsneutralität: Der größte Vorteil auf mehrtägigen Touren

Schweißgeruch entsteht nicht durch den Schweiß selbst, sondern durch Bakterien an den Schweißdrüsen. Merinowolle unterbindet diesen Prozess auf natürliche Weise, denn das in der Faser enthaltene Lanolin wirkt von sich aus antibakteriell und entzieht den Bakterien die Grundlage zur Vermehrung. Das Ergebnis ist ein Material, das selbst nach einem langen, anstrengenden Tag am Berg neutral riecht.

Wichtig zu wissen

Der Schweißgeruch am Körper direkt wird durch Kleidung mit Merinowolle nicht entfernt, daher ist regelmäßiges Waschen trotzdem wichtig.

Für Hüttenwanderer und alle, die mehrere Tage mit minimalem Gepäck unterwegs sind, ist dieser Effekt von unschätzbarem Wert. Ein Merino-Shirt kann problemlos zwei bis drei Tage in Folge getragen werden, ohne dass unangenehme Gerüche entstehen . Vorausgesetzt, es wird nach dem Tragen kurz an der frischen Luft gelüftet. Das reduziert nicht nur das Packgewicht erheblich, sondern schont auch das Material, da häufiges Waschen entfällt.

Tragekomfort & Kratzzfreiheit

Merinowolle beim Wandern

Wolle und Kratzen - diese Verbindung war lange Zeit in den Köpfen vieler Outdoor-Begeisterter untrennbar. Bei Merinowolle greift dieses Vorurteil jedoch nicht, denn die Ursache des Kratzens liegt in der Faserdicke: Dicke Wollfasern drücken beim Hautkontakt auf und erzeugen durch dieses piksen das typische Kratzgefühl. Merinowolle ist mit 17 bis 24 Mikron allerdings sehr fein. Deshalb legt sich die Faser um, statt zu stechen.

Hochwertige Merinowolle, wie sie SCROC verarbeitet, ist daher ideal für die Berge. Auf langen Wanderungen, bei denen ein eng anliegender Baselayer stundenlang auf der Haut liegt, macht dieser Unterschied in der Praxis einen spürbaren Unterschied - besonders an empfindlichen Stellen wie Schultern, Nacken oder Unterarmen, wo Rucksackgurte zusätzlichen Druck erzeugen. 

Darüber hinaus besitzt Merinowolle eine natürliche Elastizität, die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit ermöglicht. Das Gewebe dehnt sich mit dem Körper mit, kehrt aber zuverlässig in seine ursprüngliche Form zurück - es kommt zu keinem Ausleiern oder Verformen nach dem Waschen.

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