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Sonnenbrand beim Skifahren vermeiden

Ein Skitag in den Bergen fühlt sich durch die klare, kalte Luft sowie den glitzernden Schnee oft unbeschwert an. Dabei ist die Haut auf der Piste einer ziemlich hohen UV-Belastung ausgesetzt. In der Regel steigt die UV Intensität pro 1.000 Höhenmeter um etwa 10-15 Prozent, während frischer Schnee bis zu 90 Prozent der Strahlen reflektiert. Daher sollte sich jeder Skifahrer um einen passenden Sonnenschutz kümmern.

Inhaltsverzeichnis

Hinzu kommt, dass die Kälte das Brennen auf der Haut dämpft und ein falsches Gefühl von Sicherheit erzeugt. Der Sonnenbrand macht sich oft erst abends oder beim Einkehren in der Hütte bemerkbar, wenn der Schaden längst entstanden ist. Wer die wichtigsten Schutzmaßnahmen kennt und konsequent anwendet, kann das Risiko von Sonnenbrand beim Skifahren jedoch reduzieren.

Kann man beim Skifahren Sonnenbrand bekommen?

Sonnenbrand beim Skifahren vermeiden

Ja, ein Sonnenbrand ist beim Skifahren nicht nur möglich, sondern sogar deutlich wahrscheinlicher als in vielen anderen Outdoor-Situationen - selbst bei bedecktem Himmel oder moderaten Temperaturen, wenn man eigentlich gar nicht daran denkt, einen Sonnenbrand bekommen zu können.

Der Hauptgrund dafür ist die Kombination aus Höhenlage und Schneeoberfläche. Mit jeden zusätzlichen 1.000 Metern dünnt die Atmosphäre aus. Luftmoleküle, Staub und Feuchtigkeit, die normalerweise einen Teil der UV-Strahlung filtern, absorbieren oder streuen, nehmen mit der Höhe ab. Auf einer typischen Skipiste in 2.000 bis 3.000 Metern Höhe ist die UV-Intensität dadurch um 20 bis 30 Prozent höher als im Flachland. Gleichzeitig wirkt der Schnee wie ein Spiegel und reflektiert bis zu 90 % der auftreffenden Strahlung zurück auf Gesicht, Hals und Hände. 

Unsere Empfehlung

Sonnenschutz auf der Piste wird häufig unterschätzt - dabei ist er genauso wichtig wie die richtige Ausrüstung. Mit diesen Punkten bist du auf der sicheren Seite:

  • Trage Sonnencreme mit LSF 50 bereits 30 Minuten vor dem ersten Lift auf
  • Creme alle zwei Stunden nach - auch bei Bewölkung und Kälte
  • Vergiss Lippen, Ohren und Nacken nicht – diese Stellen werden am häufigsten übersehen

Tipp

Ein Sonnenschutz-Stick lässt sich problemlos in die Jackentasche stecken und macht das Nachcremen auf der Piste oder im Lift zum Kinderspiel - so gibt es keine Ausrede mehr, es zu vergessen.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass Wolken kaum Schutz bieten, da sie UV-Strahlung nur geringfügig absorbieren. Selbst an einem bedeckten Wintertag gelangen daher noch immer UV-Strahlen bis auf die Haut, obwohl die Sonne nicht zu sehen ist.

Welche Körperstellen sind beim Skifahren besonders gefährdet?

Sonnenschutz beim Skifahren

Obwohl Helm, Skibrille und Handschuhe einen Großteil des Körpers bedecken, bleiben bestimmte Stellen im Gesicht und am Hals dauerhaft ungeschützt. Genau dort entsteht auf der Piste der klassische Sonnenbrand.

Am stärksten betroffen sind Wangen, Lippen und Kinn. Diese Zonen werden in der Regel weder durch die Brille noch durch den Helm abgedeckt und sind gleichzeitig der direkten sowie der vom Schnee reflektierten Strahlung ausgesetzt. Eine besondere Rolle spielen dabei die Lippen: Ihre Haut ist außergewöhnlich dünn und produziert kaum schützendes Melanin. Ohne einen Lippenpflegestift mit Lichtschutzfaktor zählen sie zu den verletzlichsten Stellen des gesamten Körpers auf der Piste. 

Ohren und Nacken werden häufig übersehen, obwohl sie - abhängig von Helmform und Bekleidung - seitlich und von hinten unbedeckt bleiben können. Wer längere Pausen im Freien verbringt oder bei Skitouren zwischendurch die Handschuhe auszieht, setzt zusätzlich die Handrücken einem erhöhten UV-Risiko aus.

Sonnencreme beim Skifahren: Was muss sie können?

Sonnenschutz beim Skifahren

Nicht jede Sonnencreme ist für die Piste geeignet, denn die Bedingungen beim Skifahren stellen deutlich höhere Anforderungen an den Sonnenschutz als ein gewöhnlicher Sommertag. Die Wahl des richtigen Produkts ist daher von entscheidender Bedeutung.

Auf der Piste sollte der Lichtschutzfaktor mindestens 30 betragen, da die UV-Belastung in großen Höhen erheblich intensiver ist als im Flachland. LSF 30 filtert rund 97 % der UVB-Strahlung. Beachte jedoch, dass der Lichtschutzfaktor auch abhängig vom Hauttyp ist. Ebenso wichtig ist ein vollständiger UVA-Schutz, erkennbar am UVA-Kreis-Symbol auf der Verpackung. UVA-Strahlung ist nämlich unabhängig von der Jahreszeit konstant stark und dringt tief in die Haut ein. 

Sonnenschutz fürs Skifahren

Auf der Piste ist zuverlässiger Sonnenschutz unverzichtbar. Die folgenden Produkte sind speziell für den Einsatz im Hochgebirge geeignet und bieten optimalen Schutz vor intensiver UV-Strahlung und Schneereflektion.

Sonnencreme LSF 30 Skifahren

LSF 30 / UVA & UVB

Sonnencreme & Lippenpflege

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Lippenpflegestift mit Sonnenschutz

LSF 50+ / Sonnencreme

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Lippenpflege

LSF 30 / Lippenpflegestift

Lippenpflegestift mit LSF 30

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Sonnenstick

LSF 50 / Sonnenstick

Sonnenstick mit LSF 50 für den Winter

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Darüber hinaus sollte die Sonnencreme wasserfest sein, um Schweiß und Nässe durch Schnee standzuhalten. Sie sollte außerdem einen hohen Fettanteil besitzen, da trockene Winterluft und Wind die Haut zusätzlich belasten. Eine rein leichte Sommerlotion bietet auf der Piste schlicht zu wenig Schutz und Pflege.

Augenschutz: Schneeblindheit und UV-Schutz für die Augen

Sonnenschutz beim Skifahren

Auch die Augen benötigen auf der Piste zuverlässigen Schutz, denn UV-Strahlung schädigt nicht nur die Haut, sondern kann bei unzureichendem Schutz auch eine sogenannte Schneeblindheit auslösen. Mediziner bezeichnen diese als Photokeratitis.

Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Hornhaut, die durch übermäßige UV-Einwirkung entsteht und sich meist erst vier bis acht Stunden nach der Exposition zeigt. Typische Symptome sind starkes Brennen, Lichtempfindlichkeit und das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Wer einmal Schneeblindheit erlebt hat, weiß, wie stark sie den weiteren Skiurlaub beeinträchtigen kann. Eine hochwertige Skibrille mit 100-prozentigem UV-Schutz ist daher keine optionale Ausstattung, sondern muss eine Grundvoraussetzung für jeden Pistentag sein.

Skibrille mit 100 % UV-Schutz

Du solltest nur eine Skibrille mit zertifiziertem 100 % UV-Schutz nutzen - das ist der wichtigste Schutz gegen Schneeblindheit.

Keine gewöhnliche Sonnenbrille

Herkömmliche Sonnenbrillen schirmen seitlich einfallende UV-Strahlung in der Regel nicht ausreichend ab. Im Hochgebirge ist die rundum schließende Passform einer Skibrille daher deutlich überlegen.

Auch bei Bewölkung tragen

Trübes Wetter bedeutet keine Pause für UV-Strahlung - bis zu 80 % davon gelangen auch durch geschlossene Wolkendecken. Die Skibrille sollte daher unabhängig vom Wetter immer getragen werden.

Bei Symptomen sofort pausieren

Brennen, Lichtempfindlichkeit oder ein Sandkorngefühl in den Augen sind erste Anzeichen einer Hornhautreizung. In diesem Fall sollte die Piste sofort verlassen und ein dunkler Raum aufgesucht werden.

Eine gewöhnliche Sonnenbrille reicht im Hochgebirge in der Regel nicht aus, da sie seitlich einfallende Strahlung oft nicht vollständig abschirmt. Skibrillen hingegen schließen durch ihre Passform das gesamte Augenfeld ab und bieten so einen rundum wirksameren Schutz. Gerade bei starker Schneereflektion und in hohen Lagen ist dies unverzichtbar.

Sonnenbrand trotzdem bekommen - Was jetzt tun?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es auf der Piste zu einem Sonnenbrand kommen. Entscheidend ist dann, wie schnell und richtig man reagiert, denn die richtigen Sofortmaßnahmen können die Heilungsdauer deutlich verkürzen.

Zunächst sollten die betroffenen Stellen so rasch wie möglich aus der Sonne gebracht und die Haut gekühlt werden. Feuchte, kühle Tücher oder spezielle After-Sun-Produkte mit beruhigenden Wirkstoffen wie Aloe Vera oder Panthenol lindern die Entzündungsreaktion und spenden der gereizten Haut dringend benötigte Feuchtigkeit. Wichtig dabei: Eiswürfel oder Eis direkt auf die Haut zu legen, ist keine gute Idee, da extreme Kälte das gereizte Gewebe zusätzlich schädigen kann. 

Gleichzeitig sollte auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, da ein Sonnenbrand dem Körper Wasser entzieht. Zeigen sich hingegen Blasen, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl, sind das klare Zeichen dafür, dass ein Arzt aufgesucht werden sollte, denn in solchen Fällen handelt es sich um einen schweren Sonnenbrand, der eine medizinische Behandlung erfordert.

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