×

Wanderstöcke einstellen

Wanderstöcke sind schon lange nicht mehr nur etwas für ältere Wanderer - sie gehören für viele zur Grundausstattung auf jeder Tour. Richtig eingestellt, entlasten sie Knie und Gelenke, verbessern die Balance auf unebenem Untergrund und reduzieren die Erschöpfung der Beinmuskulatur über längere Strecken.

Inhaltsverzeichnis

Trotzdem wandern viele mit einer Länge, die schlicht falsch für sie ist: zu lang, zu kurz oder nie bewusst angepasst. Dabei macht die korrekte Einstellung einen entscheidenden Unterschied zwischen einer angenehmen Tour und Verspannungen im Schulter- und Rückenbereich. Erst gut eingestellte Wanderstöcke nutzen ihr volles potenzial und sind hilfreich beim Wandern.

Warum die richtige Einstellung wichtig ist

Wanderstöcke einstellen

Eine falsch eingestellte Stocklänge verändert die gesamte Körperhaltung beim Gehen, was oft erst nach einiger Zeit bemerkt wird. Zu lange Stöcke zwingen die Schultern nach oben und belasten den Trapezmuskel. Zu kurze Stöcke führen dazu, dass der Oberkörper nach vorne kippt und die Lendenwirbelsäule dauerhaft unter Belastung steht. Beides klingt zunächst harmlos, kann auf einer mehrstündigen Tour jedoch zu Beschwerden führen.

Das solltest du wissen

Drei Gründe, warum das richtige Einstellen von Wanderstöcken einen echten Unterschied macht:

  • Korrekt eingestellte Stöcke entlasten die Kniegelenke beim Abstieg
  • Falsche Stocklängen führen zu Fehlhaltungen, die Schulter- und Rückenbeschwerden auf langen Touren begünstigen
  • Die optimale Länge verbessert die Balance auf unebenem Gelände

Gut zu wissen

Die ideale Stocklänge ist nicht für jede Situation dieselbe - bergauf sollte sie kürzer, bergab länger eingestellt sein. Wer das beachtet, schont aktiv seine Gelenke und wandert energieeffizienter.

Hinzu kommt der Effekt auf die Kniegelenke: Korrekt eingesetzte Stöcke verlagern einen Teil der Stoßbelastung beim Bergabgehen auf die Arme und den Schultergürtel. Das schont die Gelenke, insbesondere bei längeren Abstiegen. Bei langen Aufstiegen hingegen entlasten korrekt eingestellte Wanderstöcke.

Rechner für die Wanderstocklänge

Die ideale Stocklänge lässt sich nicht auf einen einzigen Wert reduzieren, da Körperbau, Gehstil und Gelände je nach Person zu unterschiedlich sind. In der Praxis haben sich zwei Faustformeln etabliert, die als Ausgangspunkt dienen. Die Körpergröße wird mit 0,68 bzw. 0,70 multipliziert. Bei gleicher Größe ergibt sich so eine Spanne von wenigen Zentimetern, die den individuellen Spielraum realistisch abbildet.

Wanderstöcke einstellen – Längenrechner

Gib deine Körpergröße ein und wähle das Gelände – der Rechner gibt dir eine realistische Empfehlungsspanne.

Empfohlene Stocklänge

– cm

Unser Rechner für die Wanderstocklänge kombiniert beide Formeln und berücksichtigt zusätzlich das Gelände, da Auf- und Abstiege eine Anpassung von jeweils rund fünf bis zehn Zentimetern erfordern. Das Ergebnis ist somit keine starre Zahl, sondern eine Orientierungsspanne. Für den finalen Feinabgleich empfehlen wir dir, am Ende immer der Ellbogenwinkel zu testen.

So berechnest du deine ideale Stocklänge

Wanderstöcke richtig einstellen

In der Outdoorbranche haben sich zwei Faustformeln als Ausgangspunkt zum Berechnen der Wanderstocklänge durchgesetzt: Die untere Grenze ergibt sich, wenn die Körpergröße in Zentimetern mit 0,68 multipliziert wird, die obere Grenze, wenn der Faktor 0,70 verwendet wird. Bei einer Körpergröße von 175 cm liegt die Spanne somit zwischen 119 und 123 cm. Dies ist ein Bereich, der den unterschiedlichen Empfehlungen entspricht.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Formel, sondern auch der anschließende Praxischeck. Hierzu wird der Wanderstock senkrecht neben dem Körper auf den Boden gehalten. Der Ellbogen sollte dabei einen Winkel von 90° bilden. Weicht der Winkel ab, sollte die Länge in Ein-Zentimeter-Schritten nachjustiert werden, bis diese Position natürlich und ohne Anspannung gehalten werden kann. 

Wer mit Handschlaufen wandert, sollte den Check außerdem mit eingehängter Schlaufe wiederholen, da diese die Griffhöhe minimal verändert und das Ergebnis sonst verfälscht. Eine Kleinigkeit, die sich auf langen Touren jedoch durchaus bemerkbar macht.

Verschiedene Wanderstock-Arten

Bei Wanderstöcken haben sich drei Bauformen etabliert, die sich nicht nur im Packmaß, sondern auch in der Art der Längenverstellung unterscheiden. Es gibt Teleskopstöcke, Falt- bzw. Trekkingstöcke und fixe Stöcke ohne Verstellmechanismus. Wir empfehlen dir auf jeden Fall Teleskop- oder Faltstöcke, damit du sie ohne große Probleme in der Höhe verstellen kannst.

1. Teleskopstöcke

Teleskopstöcke bestehen aus ineinander verschiebbaren Segmenten und lassen sich dadurch auf die gewünschte Länge einstellen. Dies kann entweder über einen Drehmechanismus erfolgen, bei dem die Segmente gegeneinander verdreht werden, oder über eine Art Klemmverschluss, der per Hebel fixiert wird. Letzterer gilt als schneller in der Handhabung und hat sich bei modernen Modellen weitgehend durchgesetzt.

Beim Einstellen ist darauf zu achten, dass die Markierungen auf den Segmenten, die meist als „Max“-Linie gekennzeichnet sind, nie überschritten werden, da die Stabilität des Stocks sonst nicht mehr gewährleistet ist. Nach dem Einstellen empfiehlt sich ein kurzer Belastungstest, bei dem der Stock mit dem eigenen Körpergewicht kurz angedrückt wird, um zu prüfen, ob er sicher hält.

Empfehlung

Teleskopstöcke von Alpteq

Leichte & stabile Trekkingstöcke für jede Tour.

  • Ultraleicht
  • Kompakt
  • Anpassbar
Jetzt Trekkingstöcke ansehen →
Teleskopstöcke von Alpteq

2. Faltbare Wanderstöcke

Faltbare Wanderstöcke sind in mehrere kurze Segmente unterteilt, die über ein innenliegendes Zugseil miteinander verbunden sind. Sie lassen sich durch einfaches Auseinanderziehen und Einrasten binnen Sekunden aufbauen. Ihr größter Vorteil ist das kompakte Packmaß: Zusammengefaltet erreichen viele Modelle eine Länge von unter 40 cm. Das macht sie besonders attraktiv für Touren, bei denen die Stöcke zwischendurch verstaut werden sollen.

Die Längenverstellung erfolgt bei den meisten Faltstöcken über ein einziges verstellbares Segment - meist das oberste, während die übrigen Segmente fix sind. Dadurch ist der Verstellbereich im Vergleich zu Teleskopstöcken etwas eingeschränkt. Beim Kauf sollte deshalb darauf geachtet werden, dass der angegebene Längenbereich des Modells zur eigenen Körpergröße passt.

Empfehlung

Faltbare Wanderstöcke von Alpteq

Leichte & stabile Trekkingstöcke für jede Tour.

  • Ultraleicht
  • Kompakt
  • Anpassbar
Jetzt Trekkingstöcke ansehen →
Faltbare Stöcke von Alpteq

3. Fixe Stöcke

Fixe Stöcke verfügen über keine Verstellmöglichkeit und werden in der passenden Länge gekauft. Dieses Konzept wirkt auf den ersten Blick unflexibel, bringt in der Praxis jedoch klare Vorteile mit sich. Durch den Verzicht auf Verstellmechanismen sind sie steifer, leichter und langlebiger konstruiert, weshalb sie besonders im Wettkampfsport und bei anspruchsvollen Alpintouren geschätzt werden.

Der entscheidende Nachteil liegt auf der Hand: Die Länge kann weder ans Gelände noch an wechselnde Bedingungen angepasst werden. Für Gelegenheitswanderer oder Touren mit stark variierendem Höhenprofil sind sie daher weniger geeignet, für erfahrene Wanderer mit konstantem Einsatzprofil hingegen sind sie eine durchaus sinnvolle Wahl.

Bergauf vs. Bergab - Länge anpassen

Wanderstöcke richtig einstellen

Es verschenkt einen großen Teil des Vorteils, den Wanderstöcke bieten können, wenn man eine einzige Stocklänge für jedes Gelände nutzt. Bergauf empfiehlt es sich, die Stöcke um fünf bis zehn Zentimeter zu verkürzen, damit der Oberkörper aufrecht bleibt und die Arme aktiv zum Vortrieb beitragen können, ohne die Schultern dabei unnötig anzuheben. Bergab gilt das Gegenteil: Hier sollten die Stöcke um denselben Betrag verlängert werden, um den Körperschwerpunkt zu stabilisieren und die Stoßbelastung auf die Kniegelenke beim Abstieg abzufangen.

Wer bei kurzen Geländewechseln keine Zeit für eine vollständige Neueinstellung hat, kann sich mit einer Kompromisslänge behelfen. Auf langen, einseitigen Auf- oder Abstiegen lohnt sich eine Anpassung jedoch merklich, da sich die Entlastung über die gesamte Streckenlänge summiert und am Ende des Tages zu einer spürbar geringeren Erschöpfung führt.

Handschlaufen richtig einstellen & nutzen

Handschlaufen werden von vielen Wanderern unterschätzt oder falsch genutzt. Dabei sind sie ein funktionales Element, das bei korrekter Anwendung die Handgelenke entlastet und einen kraftsparenden Stockeinsatz ermöglicht. Die richtige Technik: Die Hand wird von unten durch die Schlaufe geführt, sodass der Druck anschließend auf den Handballen übertragen werden kann.

Die Länge der Schlaufe sollte so eingestellt sein, dass sie beim Tragen unterstützend am Handgelenk anliegt, ohne zu drücken oder einzuschnüren. In steilem Gelände mit erhöhtem Sturzrisiko empfiehlt es sich jedoch, die Schlaufen ganz abzulegen, da sich der Stock beim Fallen verhaken kann und eine eingehängte Hand zu Verwindungen im Handgelenk führen kann.

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten:

Klettersteig Schwierigkeitsgrade im Blick

Klettersteig Schwierigkeitsgrade im Blick

Die schönsten Bergseen rund um Ellmau

Die schönsten Bergseen rund um Ellmau

Blasen beim Wandern vermeiden

Blasen beim Wandern vermeiden

Kalorienverbrauch beim Wandern

Kalorienverbrauch beim Wandern

Kostenlos den Newsletter der Berge abonnieren

Neuigkeiten aus den Bergen, Gewinnspiele und neue Beiträge — erfahre als Erster davon, direkt in deinem Postfach.

Neuigkeiten & Tipps aus den Bergen
Als Erster von Gewinnspielen erfahren
Kostenlos & jederzeit kündbar