Botschkis ElbrusWer sich schonmal für den höchsten Berg Europas interessiert hat, der ist wahrscheinlich sehr schnell auf den Namen „Elbrus“ gestoßen. Der Elbrus soll anscheinend der höchste Berg Europas sein. Er ist 5.642m hoch und liegt im Kaukasus an der Grenze zu Georgien.

Im Gegensatz zum Mont Blanc, muss man beim Elbrus, der fast 1.000 m höher ist etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Zwischen einer und zwei Wochen dauern die Expeditionen, die auf Europas höchsten Berg führen. Verständlicherweise möchte es sich nicht jeder für eine so lange Zeit in einem kleinen Zwei-Mann Zelt bequem machen.

Viele Bergsteiger, die den Elbrus von der Südseite aus besteigen, entscheiden sich für die sogenannten Botschkis. Diese sind große Tonnen, die kurz oberhalb des Sesselliftes auf ca. 3.700m stehen und Bergsteigern als Schlafplatz dienen. Es gibt mehrere Container, die mit bis zu 10 Stockbetten ausgestattet sind und die auch nur zum Schlafen geeignet sind.

Neben den Schlafcontainern gibt es aber auch noch weitere Container, die für Ihre Versorgung gedacht sind und in denen jeden Tag für Sie gekocht wird.

Das Leben in den Tonnen ist zu Beginn der Tour sehr spannend. Sie leben in einem kleinen Bergsteiger Dorf, in dem es neben den Botschkis auch noch weitere Container und Hütten gibt, in denen überall Bergsteiger wohnen, die das gleiche Ziel wie Sie haben. Jeder von Ihnen möchte es bis auf den Gipfel des Elbrus (5.642m) schaffen.

Auf dem Weg zur Toilette laufen Sie oftmals anderen Bergsteigern über den Weg, mit denen Sie sich sehr gut unterhalten können. Die Menschen am Elbrus kommen von überall her. Aus der Mongolei, aus Frankreich, aus Deutschland, aus Norwegen und aus vielen weiteren Ländern.

Die Geschichten, welche Ihnen die anderen Bergsteiger erzählen werden, sind das wahrscheinlich spannendste, was Ihnen in dem kleinen Dorf passieren kann.

Sie leben mit Ihrer eigenen Gruppe in einer der Botschki Hütten und machen dort nichts außer schlafen und ausruhen. Wenn das Wetter schön ist, können Sie sogar draußen essen. Sonst werden Sie bei Schnee, der beim Elbrus nicht selten ist, das Essen in einer extra dafür angelegten Tonne serviert bekommen.

Wenn Sie mal Durst verspüren und keine Lust mehr auf den heißen Tee haben, können Sie aus dem Fluss, der neben den Tonnen entlang fließt, trinken. Dies geht aber  nur, wenn Sie vorher Ihren Bergführer oder einen Einheimischen fragen. Oft kann es sein, dass Sie das Wasser erst abkochen müssen, bevor Sie es trinken können.

Aus dem Fluss holen auch die anderen Hütten mit 5l Flaschen Ihr Wasser zum Kochen.

Da Ihr Tagesablauf wahrscheinlich durch einen Tourenveranstalter geplant wurde, gehen Sie nach dem Frühstück in der Essenstonne auf eine Akklimatisierungstour, die meistens bis zum Prijut 11 oder bis zu den Pastuchov Felsen führt.

Wenn Sie zum Prijut 11 aufsteigen, werden Sie je nach Veranstalter sehr früh wieder unten sein und können sich dort in den Botschkis die Zeit mit Büchern, Filmen oder Kartenspielen vertreiben.

Neben tollen Sonnenauf-,  Sonnenuntergängen und einer atemberaubenden Aussicht aus dem Fenster werden Sie in den Botschkis vermutlich nicht viel erleben. Es ist sehr spannend und auch ein tolles Erlebnis, wenn man mal mehrere Nächte auf dieser Höhe in den Tonnen schläft, jedoch sind Sie vermutlich sowieso viel zu aufgeregt, um etwas spannendes erleben zu wollen.

Ihr Hauptziel ist schließlich der Gipfel des höchsten Berges Europas.

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