Nachdem man sich richtig für Hochtouren vorbereitet hat, eine gute Grundlage geschaffen hat und den Einstieg in’s Hochtourengehen gemeistert hat, möchte man natürlich auch seine ersten Touren gehen. In den Alpen gibt es viele Hochtourenmöglichkeiten, die auch für Anfänger geeignet sind, da man die Tour mithilfe von Seilbahnen oft verkürzen kann und dadurch nur noch ein kurzes Stück über den Gletscher gehen muss.

Wichtig zu sagen ist noch, dass niemand anderes für dich entscheiden kann, wann du bereit für’s Hochtourengehen bist. Die vorgestellten Touren sind nicht dadurch einfach, dass man sie problemlos ohne Erfahrung gehen kann, sondern durch verschiedene Faktoren wie der technischen Unterstützung oder einer kurzen Strecke. Alle vorgestellten Touren gelten jedoch als geeignet für den Anfang, wenn man einen Bergführer mit dabei hat.

Hochtouren am Anfang

1. Breithorn Besteigung (4.164m)

Das Breithorn ist ein 4.164m hoher Berg und befindet sich in den Walliser Alpen. Dadurch, dass man mit der Seilbahn am klein Matterhorn bis zum Gletscher fahren kann, ist diese Hochtour relativ einfach. Meist führt eine vorgetretene Spur über den Gletscher, bei dem es auch Spalten gibt, bis zum Gipfel.

Das sind die wichtigsten Infos über das Breithorn
  • Höhe: 4.164m
  • Lage: Wallis/Schweiz
  • Routen: Nordwand – Normalweg – Überschreitung
  • Erstbesteigung: 1813
Die einfachste Route auf das Breithorn

Normalweg

Die einfachste Hochtour auf’s Breithorn führt über den Normalweg von der Bergstation am klein Matterhorn aus über den Gletscher. Zu Beginn kann man den Weg von der nahegelegenen Gandegghütte aus durch eine Fahrt mit der Seilbahn verkürzen. Diese fährt bis zur Bergstation am klein Matterhorn, wo sowohl im Sommer, als auch im Winter der Skibetrieb läuft.

Dort oben angekommen, geht man durch den Tunnel bis zur Skipiste. Schon hier sieht man das faszinierende Breithorn mit seiner imposanten Schneekuppe. Über die Skipiste geht man nun einige Meter in Richtung italienischer Grenze und verlässt diese ca. 100m von der Bergstation aus entfernt auf den Gletscher.

Ab hier herrscht Spaltengefahr, weshalb man die volle Gletscherausrüstung benötigt. Da das Breithorn ein sehr beliebter und oft bestiegener 4000er ist, gibt es meist eine vorgetretene Spur, welche über den Rücken des Berges bis zum Gipfelgrat führt. Auf dem Weg nach oben hat man atemberaubende Blicke unter anderem bis zum Mont Blanc. Kurz vor dem Gipfel muss man in einer steilen Kehre auf den Gipfelgrat aufsteigen und erreicht über diesen den höchsten Punkt.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 5,4 km
  • Dauer: 3:30 h 
  • Höhenmeter bergauf: 415 hm
  • Höhenmeter bergab: 412 hm

2. Die Piz Buin Besteigung (3.312m)

Ein weiteres Highlight für jeden Hochtouren Anfänger ist der 3.312m hohe Piz Buin, der auf der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz liegt. Er ist der dritthöchste Berg der Silvretta und gehört durch die faszinierende Landschaft zu den schönsten Zielen der Region.

Das sind die wichtigsten Infos über den Piz Buin
  • Höhe: 3.312m
  • Lage: Vorarlberg/Österreich
  • Routen: Normalweg
  • Erstbesteigung: 1865
Die einfachste Route auf den Piz Buin

Normalweg

Die einfachste Route über den Normalweg startet bei der Bielerhöhe. Von dort aus kann man entweder östlich oder westlich am Silvretta-Stausee vorbei bis in’s Ochsental wandern. Anschließend steigt man über den Weg 313 bis zur Wiesbadener Hütte auf und wer möchte, kann hier eine Nacht verbringen, um am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang aufzubrechen.

Dafür steigt man an der Hütte vorbei auf dem markierten Weg in Richtung Ochsentaler Gletscher auf.  Am Gletscher angekommen, zieht man sich die notwendige Ausrüstung an und steigt an der rechten Seite und anschließend über einen Linksbogen zur Buinscharte auf. Dort kann man, je nach Verhältnissen, die Steigeisen ausziehen und über einen Schotterweg weitergehen.

Im Geröll gibt es eine Steigspur, der man zunächst bis zum unteren Kamin, und anschließend bis zum oberen Kamin folgen kann. Mit einer Schwierigkeit von UIAA 1-2 ist dies die schwierigste Kletterstelle der Tour. Nachdem man die Kletterpassagen hinter sich gelassen hat, kann man über leichtes Gehgelände den Gipfel erreichen.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 8,8 km
  • Dauer: 5:00 h
  • Höhenmeter bergauf: 820 hm
  • Höhenmeter bergab: 820 hm

Hochtouren für Anfänger3. Hochtour auf den Großvenediger (3.657m)

Mit einer Höhe von 3.657m ist der Großvenediger der höchste Berg der Venedigergruppe in den Hohen Tauern sowie in Salzburg. Durch den frühen Aufbruch an der Kürsinger Hütte, kann man am Berg einen wunderschönen Sonnenaufgang mit Blick auf die hohen Tauern genießen.

Das sind die wichtigsten Infos über den Großvenediger
  • Höhe: 3.657m
  • Lage: Salzburg/Österreich
  • Routen: Normalweg
  • Erstbesteigung: 1841
Die einfachste Route auf den Großvenediger

Von der Kürsinger Hütte aus

Früh morgens startet diese relativ einfache und für Anfänger geeignete Hochtour an der Kürsinger Hütte. Von dort aus führt der Weg zunächst zum Anseilplatz, wo man die Gletscherausrüstung anziehen kann. Auch die Sicherheitsausrüstung für die Spaltenbergung ist hier erforderlich, da es auf dem Gletscher einige Spalten gibt.

Anschließend führt der meist vorgespurte Weg in einer mäßigen Steilheit über den Gletscher nach oben. Nach einiger Zeit muss man über einen Kessel eine relativ steile Wand überwinden, bis man in mäßigem Tempo den Kamm erreicht. Hier kann man eine Pause mit wundervoller Aussicht machen, bevor man nach wenigen Metern auf dem Gipfel steht.

Dies geschieht, indem man über die Gipfelflanke bis zum Grat aufsteigt und diesem bis zum Gipfel folgt.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 14 km
  • Dauer: 6:15 h
  • Höhenmeter bergauf: 1.416 hm
  • Höhenmeter bergab: 1.416 hm

4. Wildspitze (3.770 m)

Eine weitere, super schöne Hochtour, welche auch oft in Kombination mit Gletscherkursen begangen wird, ist die auf die Wildspitze. Mit 3.770m ist die Wildspitze der zweithöchste Berg Österreichs und bietet somit nicht nur Einblicke in die wunderschöne alpine Welt, sondern auch Einblicke und Erfahrungen in der Höhe.

Das sind die wichtigsten Infos über die Wildspitze
  • Höhe: 3.770m
  • Lage: Tirol/Österreich
  • Routen: Von der Breslauer Hütte aus
  • Erstbesteigung: 1848
Die einfachste Route auf die Wildspitze

Von der Breslauer Hütte aus

Wer den zweithöchsten Berg Österreichs besteigen möchte, muss zunächst über den Panoramaweg bis zur Breslauer Hütte aufsteigen. Von dort aus führt ein Weg, welcher zunächst beschildert ist, bis zu einem kleinen See. Dort wird dann immer undeutlicher, wo der Weg lang verläuft. Die Steinmännchen weisen jedoch auf die richtige Spur hin.

Nach einiger Zeit erreicht man auf ungefähr 3.250m einen Schuttkegel, wo man auf der linken Seite weiter aufsteigt und nach einiger Zeit auf den Gletscher quert. Kurz unterhalb des Klettersteiges wird dieser sehr steil, kann jedoch mithilfe eines Stahlseiles gut überwunden werden. Den Klettersteig kann man über viele Sicherungen begehen und erreicht hinter diesem wieder den Gletscher.

Dieses Mal hat man allerdings schon die Wildspitze vor Augen, muss bis zum rechten Wandfuß wandern und zum Schluss über den Westgrat bis zum Südgipfel aufsteigen. Wer möchte, kann hier auch noch das kleine Stück weiter bis zum Nordgipfel gehen.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 19,1 km
  • Dauer: 13:00 h
  • Höhenmeter bergauf: 1.900 hm
  • Höhenmeter bergab: 1.900 hm

Hochtouren für Anfänger5. Bergsteigertraum Piz Palü (3.901 m)

Der Piz Palü mit seinen mächtigen Gletschern ist ein 3.901m hoher Berg mitten in der Berninagruppe im Grenzgebiet zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und der Lombardei. Durch die wahnsinnig faszinierenden Blicke während dem Aufstieg gehört er seit langem zu dem Bergsteigertraum Nummer eins und ist auch eine schöne Tour für Einsteiger.

Das sind die wichtigsten Infos über den Piz Palü
  • Höhe: 3.901m
  • Lage: Graubünden/Schweiz
  • Routen: Normalweg
  • Erstbesteigung: 1866
Die einfachste Route auf den Piz Palü

Normalweg

Die Hochtour auf den Piz Palü startet an der Talstation der Diavolezzabahn und führt von dort aus entweder mit der Bahn oder zu Fuß bis zum Berghaus Diavolezza. Dies ist die Berghütte, in der man schlafen kann, um den relativ langen Aufstieg über den Gletscher um einige Meter zu verkürzen.

Früh am Morgen bricht man vom Berghaus Diavolezza auf und geht zunächst leicht bergab in den Sattel vor dem Sass Queder. Dort quert man diesen und folgt einem schmalen Pfad über den Gletscher bis zum Felsfuß des Piz Cambrena. Dort angekommen kann man eine kurze Pause machen, bevor es über den verspalteten Gletscher bis zum Gletscherbecken geht.

Durch das Gletscherbecken führt der Weg nun zu einem weiteren Sattel. Sobald man dort angekommen ist, kann man über den Osthang und einen immer schmaler werdenden Grat bis zum 3.882m hohen Ostgipfel des Piz Palü aufsteigen. Wer den höchsten Punkt erreichen möchte, muss von hier aus über einen schmalen Firngrat bis zum höchsten Gipfel auf 3.901m weitergehen.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 11,4 km
  • Dauer: 7:00 h
  • Höhenmeter bergauf: 1.900 hm
  • Höhenmeter bergab: 1.900 hm
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