4.478 m

matterhorn

Mit einer Höhe von 4.478m ist das Matterhorn in den Walliser Alpen nicht nur einer der höchsten, sondern auch einer der bekanntesten Berge der Alpen. Die Pyramidenartige Form zieht neben Bergsteigern auch jede Menge Touristen in den Bann, die das Wahrzeichen der Schweiz meist von Zermatt aus betrachten.

An der Grenze zwischen dem Kanton Wallis und der Region Aostatal gelegen, ist das Matterhorn durch seine sehr außergewöhnliche Form kaum zu übersehen. Diese einzigartige Form und seine Besteigungsgeschichte sind auch Grund dafür, weshalb der 4.478m hohe Berg ein echtes Highlight unter Bergsteigern ist.

Trotz einer Höhe von fast 5.000m kann man das Matterhorn ohne Gletscherkontakt besteigen. Das liegt vor allem an den steilen Flanken und Graten des Berges. Wer den langen und schwierigen Weg zum Gipfel auf sich nimmt und diesen erreicht, wird von dort oben mit einer wunderschönen Aussicht belohnt.

Anreise zum Matterhorn

matterhornMit dem Auto

Wenn Sie mit dem Auto zum Matterhorn anreisen möchten, müssen Sie zunächst bis nach Täsch fahren. Täsch ist in etwa 5 km vom Bergsteigerdorf Zermatt entfernt und ist mit den über 2.000 öffentlichen Parkplätzen eine sehr gute Parkmöglichkeit für all diejenigen, die nach Zermatt möchten.

Da Zermatt autofrei ist, müssen Sie nun von Täsch aus mit der Bahn durch die wunderschöne Bergwelt weiter bis nach Zermatt fahren. Nachdem Sie dort den Hauptbahnhof erreicht haben, müssen Sie nur noch bis zur Hörnlihütte, dem Basecamp am Matterhorn laufen.

Mit der Bahn

Da Zermatt autofrei ist, haben Sie mit der Bahn einen Vorteil bei der Anreise. Sie müssen keinen Parkplatz suchen und können die faszinierende Bergwelt der Walliser Alpen von ihrer schönsten Seite aus genießen. Fahren Sie dafür von einem beliebigen Bahnhof zunächst bis nach Visp, wo Sie anschließend einmal umsteigen müssen. Der sogenannte Zermatt Shuffle Zug bringt Sie von Visp aus direkt bis zum Hauptbahnhof in Zermatt.

Vom Hauptbahnhof aus müssen Sie dann nur noch bis zur Hörnlihütte laufen, von wo auch Ihre Tour auf’s Matterhorn startet. Schon wenige Minuten nach der Ankunft in Zermatt, können Sie den atemberaubenden Blick auf’s wunderschöne Matterhorn genießen.

Mit dem Bus

Wenn Sie sich dazu entschieden haben, mit dem Bus anzureisen, müssen Sie zu Beginn bis nach Visp fahren, wo sie anschließend aussteigen und umsteigen müssen. Der Zermatt Shuffle Zug fährt Sie mit nur wenigen Zwischenstationen bis zum Hauptbahnhof in Zermatt.

Am Hauptbahnhof angekommen, können Sie dann zu Fuß weiter bis zur Hörnlihütte wandern, von wo aus die Tour auf’s Matterhorn startet.

Geschichte

Matterhorn Nordwand

Im Jahre 1862 wurde die Südwestschulter des Matterhorns durch John Tyndall, Johann Josef Benet, Anton Walter, Jean-Jacques und Jean-Antoine Carrel zum ersten Mal bestiegen. Den weiteren Weg über den Liongrat schätzten die Bergsteiger damals allerdings als zu schwierig ein, weshalb sie die Tour dort abbrechen mussten.

Nur wenige Jahre später, 1865, ereignete sich eine der bekanntesten Erstbesteigungen der Alpen. Durch die 7er-Seilschaft Whympers, wurde der Gipfel des Matterhorn zum ersten Mal erreicht. Beim Abstieg verunglückten allerdings 4 der Alpinisten tödlich.

Am 16. Juli 1865 fand Josef Marie Lochmatter während einer Rettungsaktion mithilfe einer Rettungsmannschaft 3 der 4 Leichen. Die Leiche von Lord Francis Douglas wurde nie gefunden. Die Tragödie der Erstbesteigung des Matterhorns bekam in den darauffolgenden Jahren eine Riesen Aufmerksamkeit.

Kein Wunder also, dass sich schon wenige Tage nach der Erstbesteigung die nächsten Bergsteiger auf den Weg zum Gipfel machten. So gelang Carrel, Jean-Baptiste Bich und Amé Gorret nur 3 Tage nach der Erstbesteigung eine erneute Besteigung des Matterhorns.

Allgemeines

ZermattTrotz der Schönheit und Bekanntheit des Berges, werden jedes Jahr die Schattenseiten des Matterhorn sichtbar. Seit der Erstbesteigung im Jahre 1865 verging kein Jahr ohne tödliches Unglück am Matterhorn. Pro Jahr verunglücken ca. 8 bis 10 Menschen tödlich. Seit 1865 sind bis zum heutigen Zeitpunkt über 550 Menschen am Matterhorn um’s Leben gekommen. Die hohen Zahlen kommen vor allem durch Abstürze, Steinschlag und Erfrierungen zustande.

Die weltweite Corona-Pandemie im Jahre 2020 veranlagte die Gemeinde Zermatt am Fuße des Matterhorns dazu, das Matterhorn als Zeichen der Hoffnung zu nutzen. In dieser Zeit wurde das Wahrzeichen der Schweiz nämlich fünf Wochen lang beleuchtet. Die verschiedenen Projektionen sollten den Menschen dabei Mut machen und der ganzen Welt Hoffnung schenken.

Diese Routen gibt es

matterhorn HoernligratÜber den Hörnligrat

Die bekannteste und meist begangene Route am Matterhorn ist die über den Hörnligrat. Die Tour startet direkt hinter der Hörnlihütte, dem Basecamp am Matterhorn und führt zu Beginn mithilfe von Fixseilen in das Schuttfeld und anschließend weiter bis zum ersten Couloir.

Diesen Weg müssen Sie noch meist im Dunkeln finden, da die Tour sehr früh in der Nacht startet. Wenn man dann an Punkten wie dem „Faulen Eck“ und dem „Gebiss“ vorbeigegangen ist, erreicht man nach rund zwei Stunden die Solvayhütte, welche die einzige Notunterkunft während der gesamten Tour ist.

Von der Solvayhütte aus, führt der Weg auf dem Grat entlang bis zur Moseleyplatte (3-/3), welche zu den Schlüsselstellen der Tour zählt. Wenn Sie dann nach einiger Kletterei die Moseleyplatte überwunden haben, müssen Sie nur noch über die letzten Felsen bis zum Gipfelschneefeld gehen und von dort aus dann bis zum Gipfel aufsteigen.

Die Tour in Daten




Länge: 5,3km
Dauer: 11:30h
Höhenmeter bergauf: 1.200hm
Höhenmeter bergab: 1.200hm

 

Über den Liongrat

Zum Start dieser eher anspruchsvolleren Tour müssen Sie dem beschilderten Weg bis zur Abruzzi Hütte auf 2.800m folgen. Bis dorthin ist dieser noch relativ einfach und gut zu begehen. Hinter der Hütte wird der Weg dann schon etwas schwieriger.

Dort müssen Sie an einem Teich und über Schotterfelder hinweg bis zum „Croce Carell“ gehen, welches ein Kreuz zu Ehren Jean Antoine Carrels, dem Erstbesteiger dieser Route ist. Kurz hinter dem Kreuz, haben Sie auf einem Schotterfeld die letzte Möglichkeit Ihre Wasserflasche aufzufüllen, bevor Sie dann über Schneefelder bis zum Grat aufsteigen. Je höher Sie gehen, desto schwieriger wird auch der Grat.

Obwohl es zu Beginn immer noch relativ leicht ist, wird es spätestens beim Kletteraufschwung sehr schwierig. Dort befinden sich zur Hilfe für den weiteren Aufstieg immer wieder Sicherungen, die aus Dicken Fixseile und Eisenketten bestehen.

Da die Wegfindung in diesem Abschnitt sehr schwierig ist, müssen Sie vor allem auf Haken und Steinmännchen anderer Bergsteiger achten, welche den Weg markieren sollen. Weiter Nordseitig müssen Sie dann durch auf-und abklettereien weiter bis zum Pic Tyndall, der Südwestschulter gelangen, wo dann auch gerne eine Rast eingelegt wird.

Nach der kurzen Pause mit einem wunderschönen Panorama führt Sie der Weg hinter dem Pic Tyndall durch schlecht zu erkennendes Gelände die letzten Meter bis zum Gipfel.

Die Tour in Daten

Länge: 15,6km
Dauer: 16:30h
Höhenmeter bergauf: 2.482hm
Höhenmeter bergab: 2.482hm

 

Durch die Nordwand

Zu den schwierigsten Routen am Berg gehört die durch die Matterhorn Nordwand. Hinter dem Einstieg müssen Sie zu Beginn durch ein Firnfeld aufsteigen. Kurz vor seinem Ende zweigt der Weg nach rechts oben ab und führt dann am Felsdreieck immer weiter nach oben.

Vom Felsdreieck aus müssen Sie durch markante Engstellen bis zur Schulter, bei der auch Extrembergsteiger Ueli Steck bei seiner Speed Begehung der Matterhorn Nordwand rauskam, weiter aufsteigen. Nachdem Sie dort herausgekommen sind, führt Sie der Weg weiter durch Mixed Gelände bis zu einem sehr gut erkennbaren Wasserfall, auf welchem Sie ca. 30 Meter aufklettern müssen.

Am Ende des Wasserfalls müssen Sie dann noch einmal durch weiteres Mixed Gelände bis zum Grat steigen, auf welchem Sie dann die letzten 100 hm bis zum Gipfel aufsteigen können.

Die Tour in Daten

Schwierigkeit: 5-/5
Dauer: 11:00h
Höhenmeter bergauf: 1.200hm
Höhenmeter bergab: 1.200hm

 

Oft gestellte Fragen

Matterhorn

Wie heißt das Matterhorn auf Italienisch?

Der italienische Name für das Matterhorn lautet Monte Cervino. Dieser ist eng am französischen Namen Mont Cervin angelehnt, mit dem der 4.478m hohe Berg erstmals schriftlich erwähnt wurde.

Wie viele tote wurden bis heute am Matterhorn verzeichnet?

Seit der Erstbesteigung im Jahre 1865 wurden über 550 verunglückte Bergsteiger am Matterhorn gezählt. An keinem anderen Schweizer Berg sterben so viele Menschen.

Warum ist das Matterhorn so gefährlich?

Die Schwierigkeit des Berges sowie die hohe Todesrate setzen sich aus mehreren Aspekten zusammen. Besonders verantwortlich dafür ist bröckelnder Fels, tauender Permafrost, Abstürze und Steinschläge, zu denen es vermehrt kommen kann.