nebel in den bergen

Egal ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. In den Bergen kann es immer zu Gefahren kommen. Oftmals ist die größte Gefahr, dass Wanderer und Bergsteiger die Zeichen der Natur nicht beachten. Besonders bei aufziehendem Nebel kann dies zu einem großen Problem werden, da diese unscheinbare Situation viele Gefahren mit sich bringen kann.

nebel in den bergen

Nebel in den Bergen – Eine scheinbar harmlose Situation, die jedoch viele Gefahren mit sich bringen kann

Wann entsteht Nebel in den Bergen?

Der Nebel in den Bergen, der auch Bergnebel genannt wird, kann durch mehrere Situationen in der Witterung zustande kommen. Allgemein kann man sagen, dass er an schönen Herbsttagen am häufigsten entsteht. Dies hat mehrere Gründe und kommt vor allem dadurch zustande, dass es im Herbst große Temperaturunterschiede zwischen dem Tag und der Nacht gibt.

Doch um dies zu verstehen, muss man sich zuerst einmal anschauen, wie Nebel in den Bergen überhaupt entsteht.

Zunächst kann man zwischen der warmen und kalten Luft unterscheiden. Warme Luft kann viel Feuchtigkeit/Wasserdampf aufnehmen, während die kalte Luft nur sehr wenig davon aufnehmen kann. Wenn diese warme Luft nun als Wind tagsüber am Boden gegen ein Gebirge strömt, staut sie sich dort auf und muss aufsteigen, um das Gebirge zu überwinden.

Während dem aufsteigen an den Berghängen, kühlt sich die Luft dann immer weiter ab. Da die kältere Luft weit oben in den Bergen weniger Feuchtigkeit speichern kann, kondensiert der Wasserdampf und es bilden sich kleine Wassertropfen. Eine große Menge dieser Wassertropfen, bildet dann eine Wolke, den Nebel. Je mehr Feuchtigkeit in der Luft enthalten ist, desto niedriger kann der Nebel entstehen.

Im Herbst ist es nun so, dass es am Tag teilweise noch sehr warm werden kann, die Tageslänge aber schon stark abnimmt. Dadurch kann sich die Luft nachts dann auch durch die niedrigeren Temperaturen viel länger abkühlen, wodurch auch viel eher Nebel entsteht.

Eine andere Art und Weise, wie man in den Bergen auf Nebel stoßen kann, ist, wenn die Wolken insgesamt sehr niedrig stehen. Wenn man dann auf einer längeren Bergtour ist, kann es vorkommen, dass der Gipfel über den Wolken liegt und der Weg somit direkt durch das Nebelmeer führt.

nebelmeer in den bergen

Das Nebelmeer in den Bergen ist die meist harmlosere Variante und kann auf Bergtouren für wunderschöne Momente sorgen

Welche Gefahren können durch Nebel am Berg entstehen?

Die Gefahren beim Nebel kommen vor allem durch die geringe Sichtweite zustande. Besonders schlimm wird es, wenn man dann auch noch im Schnee unterwegs ist. Denn eine gute Orientierung an Felsen, Bäumen oder Wegmarkierungen ist sehr wichtig, um weitere Gefahren vorbeugen zu können.

Wenn man doch in der weißen Wand gefangen ist, kann es schnell zu Orientierungsproblemen kommen, die im schlimmsten Falle sogar die Absturzgefahr im sehr ausgesetzten Gelände erhöhen. Es kann jedoch auch zum Verlaufen in unbekanntem Gelände führen oder, wenn man im Schnee wandert, dazu, dass man im Kreis läuft und dabei sogar auf Lawinenhänge trifft. Außerdem kann das verlorene Orientierungsvermögen auch zu Schwindelgefühlen führen.

Eine weitere Gefahr, die vor allem beim plötzlichen Auftreten von Nebel entstehen kann, kommt durch die kühlen Temperaturen zustande. Da die Luft nämlich mit viel Wasserdampf angereichert ist und nur noch wenig Sonne durch den Nebel kommt, kann man bei starkem Nebel auch der Gefahr der Unterkühlung über den Weg laufen.

whiteout in den bergen

Whiteout in den Bergen – Wenn selbst die eigene Hand nur noch schwer zu erkennen ist

Gefahrenvorbeugung bei Nebel

Um die Gefahren beim Nebel am Berg vorbeugen zu können, gibt es sämtliche Möglichkeiten. Die wichtigste dabei ist, dass man die Wetterprognosen studiert. Dadurch kann man ungefähr abschätzen, wie hoch die Möglichkeit auf Nebel ist. Bei einer angesagten Kaltfront, sollte man die Bergtour auf einen anderen Zeitpunkt verschieben, da dies ein Anzeichen für Nebel, Temperaturstürze und hohen Niederschlag sind. Zudem sollte man auch unbedingt die Tageslängen beachten.

Bei Bergtouren mit Hütten, hilft es auch immer mal wieder, dort einzukehren und nachzufragen, wie das Wetter weiter oben am Berg ist. Dies wird dann meist vom Hüttenwart oder von anderen Bergsteigern gerne als Info rausgegeben. Außerdem ist es wichtig, dass man sich nicht nur auf die Technik verlässt, sondern auch Wanderkarten und Kompass mit dabei hat.

Wenn man nun doch im Nebel gefangen ist, hilft es zunächst erst einmal, ruhig zu bleiben und sich langsam fortzubewegen. Gruppen sollten in dieser Situation auch unbedingt zusammen bleiben und ihren Schritt an den der langsamsten Person anpassen. Bei zu schlechter Sicht, muss dann der Abstieg in Erwägung gezogen werden. Jedoch nur, wenn dieser nicht zu riskant ist.

Wenn selbst der Weg nicht mehr zu sehen ist und man überhaupt kein Orientierungsgefühl mehr hat, hilft es auch, einen Unterschlupf oder Biwak zu errichten und abzuwarten, bis es ein wenig besser wird. Im schlimmsten Falle muss dann die Bergwacht gerufen werden.

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