Steigeisentasche Edelrid Test

Steigeisentasche Edelrid TestDas erste Mal, als ich von einer Steigeisentasche gehört habe, war, während der Monte Rosa Tour in der Schweiz, bei der ich 5 4000er bestiegen habe. Um meinen Rucksack und alle anderen Ausrüstungsgegenstände vor den scharfen Krallen der Steigeisen schützen zu können, nahm ich einfach ein Handtuch und wickelte dieses um die Steigeisen herum.

Dass dies nicht die beste Idee gewesen war, merkte ich schon am nächsten Tag. Zum einen machten die Steigeisen mit ihren scharfen Zähnen das Handtuch kaputt, und zum anderen nahm das Handtuch eine Menge Platz im Rucksack weg, was vor allem bei langen Mehrtagestouren ein großer Nachteil ist, da man diesen Platz für andere nützliche Dinge braucht.

Informationen zur Steigeisentasche von Edelrid

Edelrid Steigeisentasche

  • Material: Hypalon
  • Gewicht: 148 g
  • Nützlich: Netzmaterial zum schnellen Trocknen der Steigeisen
  • Sonstiges: Große Schlaufe zum Aufhängen des Beutels

Der Testbericht der Steigeisentasche von Edelrid

SteigeisentascheNachdem also mein Handtuch kaputt war und ich keinen Platz mehr für genügend Trinken im Rucksack hatte, entschloss ich mich dazu, nach der Monte Rosa Tour eine Steigeisentasche zu kaufen. Als ich zu Hause war, ging ich zum Outdoorladen meines Vertrauens, erklärte, was genau ich suche und konnte mir dann eine Tasche aussuchen. Aufgrund der Farben habe ich mich dann für die Steigeisentasche von Edelrid entschieden.

So richtig zum Test kam die Tasche allerdings erst ein Jahr später während der Elbrus Überschreitung. Meine verstellbaren Steigeisen von Grivel passen perfekt in die Steigeisentasche rein und machen auch endlich nichts mehr kaputt. Die Tasche kann man mit einem Reißverschluss öffnen, welcher sehr flüssig läuft und auch gut hält.

Besonders gut gefallen mir die Netze an den drei Seiten, welche sehr robust sind, also nicht so schnell kaputtgehen werden und auch genügend Luft zum Trocknen durchlassen. So konnte ich auf 3.400m am Elbrus meine Steigeisen zusammenlegen, etwas kleiner stellen und sie anschließend in die Tasche legen. Es ist schon fast ein Luxus, wenn die Steigeisen in den Bergen automatisch trocknen.

Auch die Qualität der Steigeisentasche von Edelrid hat mich sehr überzeugt. Nach mittlerweile mehrmaligen nutzen ist immer noch nichts kaputtgegangen, weshalb ich sie jedem weiterempfehlen würde, der gerade auf der Suche nach einer richtig guten Steigeisentasche ist. Neben der Qualität hat mich auch das Gewicht überzeugt, was man mit 148 g so gut wie nie spürt. Wenn ich die Tasche gerade nicht benötige, kann ich sie sogar ganz klein zusammenfalten und in einer kleinen Tasche verstauen.

So habe ich endlich kein Problem mehr mit irgendwelchen kaputten und sperrigen Handtüchern in meinem Rucksack.

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Hier kannst du die Steigeisentasche von Edelrid kaufen

Gschnagenhardt Alm Dolomiten
Hochtouren am Anfang

Nachdem man sich richtig für Hochtouren vorbereitet hat, eine gute Grundlage geschaffen hat und den Einstieg in’s Hochtourengehen gemeistert hat, möchte man natürlich auch seine ersten Touren gehen. In den Alpen gibt es viele Hochtourenmöglichkeiten, die auch für Anfänger geeignet sind, da man die Tour mithilfe von Seilbahnen oft verkürzen kann und dadurch nur noch ein kurzes Stück über den Gletscher gehen muss.

Wichtig zu sagen ist noch, dass niemand anderes für dich entscheiden kann, wann du bereit für’s Hochtourengehen bist. Die vorgestellten Touren sind nicht dadurch einfach, dass man sie problemlos ohne Erfahrung gehen kann, sondern durch verschiedene Faktoren wie der technischen Unterstützung oder einer kurzen Strecke. Alle vorgestellten Touren gelten jedoch als geeignet für den Anfang, wenn man einen Bergführer mit dabei hat.

Hochtouren am Anfang

1. Breithorn Besteigung (4.164m)

Das Breithorn ist ein 4.164m hoher Berg und befindet sich in den Walliser Alpen. Dadurch, dass man mit der Seilbahn am klein Matterhorn bis zum Gletscher fahren kann, ist diese Hochtour relativ einfach. Meist führt eine vorgetretene Spur über den Gletscher, bei dem es auch Spalten gibt, bis zum Gipfel.

Das sind die wichtigsten Infos über das Breithorn
  • Höhe: 4.164m
  • Lage: Wallis/Schweiz
  • Routen: Nordwand – Normalweg – Überschreitung
  • Erstbesteigung: 1813
Die einfachste Route auf das Breithorn

Normalweg

Die einfachste Hochtour auf’s Breithorn führt über den Normalweg von der Bergstation am klein Matterhorn aus über den Gletscher. Zu Beginn kann man den Weg von der nahegelegenen Gandegghütte aus durch eine Fahrt mit der Seilbahn verkürzen. Diese fährt bis zur Bergstation am klein Matterhorn, wo sowohl im Sommer, als auch im Winter der Skibetrieb läuft.

Dort oben angekommen, geht man durch den Tunnel bis zur Skipiste. Schon hier sieht man das faszinierende Breithorn mit seiner imposanten Schneekuppe. Über die Skipiste geht man nun einige Meter in Richtung italienischer Grenze und verlässt diese ca. 100m von der Bergstation aus entfernt auf den Gletscher.

Ab hier herrscht Spaltengefahr, weshalb man die volle Gletscherausrüstung benötigt. Da das Breithorn ein sehr beliebter und oft bestiegener 4000er ist, gibt es meist eine vorgetretene Spur, welche über den Rücken des Berges bis zum Gipfelgrat führt. Auf dem Weg nach oben hat man atemberaubende Blicke unter anderem bis zum Mont Blanc. Kurz vor dem Gipfel muss man in einer steilen Kehre auf den Gipfelgrat aufsteigen und erreicht über diesen den höchsten Punkt.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 5,4 km
  • Dauer: 3:30 h 
  • Höhenmeter bergauf: 415 hm
  • Höhenmeter bergab: 412 hm

2. Die Piz Buin Besteigung (3.312m)

Ein weiteres Highlight für jeden Hochtouren Anfänger ist der 3.312m hohe Piz Buin, der auf der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz liegt. Er ist der dritthöchste Berg der Silvretta und gehört durch die faszinierende Landschaft zu den schönsten Zielen der Region.

Das sind die wichtigsten Infos über den Piz Buin
  • Höhe: 3.312m
  • Lage: Vorarlberg/Österreich
  • Routen: Normalweg
  • Erstbesteigung: 1865
Die einfachste Route auf den Piz Buin

Normalweg

Die einfachste Route über den Normalweg startet bei der Bielerhöhe. Von dort aus kann man entweder östlich oder westlich am Silvretta-Stausee vorbei bis in’s Ochsental wandern. Anschließend steigt man über den Weg 313 bis zur Wiesbadener Hütte auf und wer möchte, kann hier eine Nacht verbringen, um am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang aufzubrechen.

Dafür steigt man an der Hütte vorbei auf dem markierten Weg in Richtung Ochsentaler Gletscher auf.  Am Gletscher angekommen, zieht man sich die notwendige Ausrüstung an und steigt an der rechten Seite und anschließend über einen Linksbogen zur Buinscharte auf. Dort kann man, je nach Verhältnissen, die Steigeisen ausziehen und über einen Schotterweg weitergehen.

Im Geröll gibt es eine Steigspur, der man zunächst bis zum unteren Kamin, und anschließend bis zum oberen Kamin folgen kann. Mit einer Schwierigkeit von UIAA 1-2 ist dies die schwierigste Kletterstelle der Tour. Nachdem man die Kletterpassagen hinter sich gelassen hat, kann man über leichtes Gehgelände den Gipfel erreichen.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 8,8 km
  • Dauer: 5:00 h
  • Höhenmeter bergauf: 820 hm
  • Höhenmeter bergab: 820 hm

Hochtouren für Anfänger3. Hochtour auf den Großvenediger (3.657m)

Mit einer Höhe von 3.657m ist der Großvenediger der höchste Berg der Venedigergruppe in den Hohen Tauern sowie in Salzburg. Durch den frühen Aufbruch an der Kürsinger Hütte, kann man am Berg einen wunderschönen Sonnenaufgang mit Blick auf die hohen Tauern genießen.

Das sind die wichtigsten Infos über den Großvenediger
  • Höhe: 3.657m
  • Lage: Salzburg/Österreich
  • Routen: Normalweg
  • Erstbesteigung: 1841
Die einfachste Route auf den Großvenediger

Von der Kürsinger Hütte aus

Früh morgens startet diese relativ einfache und für Anfänger geeignete Hochtour an der Kürsinger Hütte. Von dort aus führt der Weg zunächst zum Anseilplatz, wo man die Gletscherausrüstung anziehen kann. Auch die Sicherheitsausrüstung für die Spaltenbergung ist hier erforderlich, da es auf dem Gletscher einige Spalten gibt.

Anschließend führt der meist vorgespurte Weg in einer mäßigen Steilheit über den Gletscher nach oben. Nach einiger Zeit muss man über einen Kessel eine relativ steile Wand überwinden, bis man in mäßigem Tempo den Kamm erreicht. Hier kann man eine Pause mit wundervoller Aussicht machen, bevor man nach wenigen Metern auf dem Gipfel steht.

Dies geschieht, indem man über die Gipfelflanke bis zum Grat aufsteigt und diesem bis zum Gipfel folgt.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 14 km
  • Dauer: 6:15 h
  • Höhenmeter bergauf: 1.416 hm
  • Höhenmeter bergab: 1.416 hm

4. Wildspitze (3.770 m)

Eine weitere, super schöne Hochtour, welche auch oft in Kombination mit Gletscherkursen begangen wird, ist die auf die Wildspitze. Mit 3.770m ist die Wildspitze der zweithöchste Berg Österreichs und bietet somit nicht nur Einblicke in die wunderschöne alpine Welt, sondern auch Einblicke und Erfahrungen in der Höhe.

Das sind die wichtigsten Infos über die Wildspitze
  • Höhe: 3.770m
  • Lage: Tirol/Österreich
  • Routen: Von der Breslauer Hütte aus
  • Erstbesteigung: 1848
Die einfachste Route auf die Wildspitze

Von der Breslauer Hütte aus

Wer den zweithöchsten Berg Österreichs besteigen möchte, muss zunächst über den Panoramaweg bis zur Breslauer Hütte aufsteigen. Von dort aus führt ein Weg, welcher zunächst beschildert ist, bis zu einem kleinen See. Dort wird dann immer undeutlicher, wo der Weg lang verläuft. Die Steinmännchen weisen jedoch auf die richtige Spur hin.

Nach einiger Zeit erreicht man auf ungefähr 3.250m einen Schuttkegel, wo man auf der linken Seite weiter aufsteigt und nach einiger Zeit auf den Gletscher quert. Kurz unterhalb des Klettersteiges wird dieser sehr steil, kann jedoch mithilfe eines Stahlseiles gut überwunden werden. Den Klettersteig kann man über viele Sicherungen begehen und erreicht hinter diesem wieder den Gletscher.

Dieses Mal hat man allerdings schon die Wildspitze vor Augen, muss bis zum rechten Wandfuß wandern und zum Schluss über den Westgrat bis zum Südgipfel aufsteigen. Wer möchte, kann hier auch noch das kleine Stück weiter bis zum Nordgipfel gehen.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 19,1 km
  • Dauer: 13:00 h
  • Höhenmeter bergauf: 1.900 hm
  • Höhenmeter bergab: 1.900 hm

Hochtouren für Anfänger5. Bergsteigertraum Piz Palü (3.901 m)

Der Piz Palü mit seinen mächtigen Gletschern ist ein 3.901m hoher Berg mitten in der Berninagruppe im Grenzgebiet zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und der Lombardei. Durch die wahnsinnig faszinierenden Blicke während dem Aufstieg gehört er seit langem zu dem Bergsteigertraum Nummer eins und ist auch eine schöne Tour für Einsteiger.

Das sind die wichtigsten Infos über den Piz Palü
  • Höhe: 3.901m
  • Lage: Graubünden/Schweiz
  • Routen: Normalweg
  • Erstbesteigung: 1866
Die einfachste Route auf den Piz Palü

Normalweg

Die Hochtour auf den Piz Palü startet an der Talstation der Diavolezzabahn und führt von dort aus entweder mit der Bahn oder zu Fuß bis zum Berghaus Diavolezza. Dies ist die Berghütte, in der man schlafen kann, um den relativ langen Aufstieg über den Gletscher um einige Meter zu verkürzen.

Früh am Morgen bricht man vom Berghaus Diavolezza auf und geht zunächst leicht bergab in den Sattel vor dem Sass Queder. Dort quert man diesen und folgt einem schmalen Pfad über den Gletscher bis zum Felsfuß des Piz Cambrena. Dort angekommen kann man eine kurze Pause machen, bevor es über den verspalteten Gletscher bis zum Gletscherbecken geht.

Durch das Gletscherbecken führt der Weg nun zu einem weiteren Sattel. Sobald man dort angekommen ist, kann man über den Osthang und einen immer schmaler werdenden Grat bis zum 3.882m hohen Ostgipfel des Piz Palü aufsteigen. Wer den höchsten Punkt erreichen möchte, muss von hier aus über einen schmalen Firngrat bis zum höchsten Gipfel auf 3.901m weitergehen.

Die Tour in Daten
  • Strecke: 11,4 km
  • Dauer: 7:00 h
  • Höhenmeter bergauf: 1.900 hm
  • Höhenmeter bergab: 1.900 hm
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Laufbacher Eck Wanderung

Wandern auf's Laufbacher EckNachdem ich zuvor schon einige Nächte in der Schwarzenberghütte verbracht habe und in der Daumengruppe unterwegs war, wollte ich an diesem Tag nochmal eine neue, etwas längere Tour gehen. Am Abend zuvor saß ich mit zwei anderen Wanderern, die auch schon seit ein paar Tagen in den Bergen unterwegs waren, in der Hütte zusammen und sprach mit ihnen über schöne Tourenmöglichkeiten.

Neben der Wanderung auf den kleinen Daumen und die Besteigung des Nebelhorns, welche ich beide schon gemacht habe, kamen wir auch auf das Laufbacher Eck zu sprechen. Stefan erzählte mir, dass der Aufstieg zum Laufbacher Eck besonders schön sein sollte, da diese Tour nur wenige Wanderer kennen und auch gehen. Wie ihr mich kennt, gibt es meiner Meinung nach keine besseren Bedingungen als diese. Also war klar, dass mich meine nächste Tour zum Laufbacher Eck führen sollte.

Laufbacher Eck RettungsstelleNach einem Porridge und warmen Kakao am nächsten Morgen, ging ich aus der Hütte raus und sah, dass der Himmel wolkenlos war. Die perfekte Möglichkeit, auf’s Laufbacher Eck zu wandern! Da ich in der Schwarzenberghütte geschlafen habe, musste ich zunächst über den asphaltierten Weg zurück zum Giebelhaus absteigen. Schon hier hatte ich traumhafte Blicke auf die Berge, welche an den Gipfeln von den ersten Sonnenstrahlen getroffen wurden.

Auch einige Wanderer konnte ich schon sehen, bevor ich am Giebelhaus ankam, wo auch schon so langsam die ersten Busse eintrafen. Um nicht von Menschenmassen überrannt zu werden, schaute ich nur kurz auf die Schilder, sah, wo lang ich gehen müsse und folgte diesem Weg über eine kleine Brücke an den läutenden Kuhglocken vorbei bis in ein Waldstück.

Durch das kleine Waldstück ging es in Serpentine über eine Forstrasse immer weiter nach oben. Schon einige Tage zuvor bin ich hier entlang gewandert, als ich das Prinz Luitpold Haus am Fuße des Hochvogels besucht habe. Die Strecke war im Herbst besonders schön, da die Blätter über meinem Kopf bunt verfärbt waren, ich die Wasserfälle durch die Bäume sehen konnte und einige Eichhörnchen die Straße kreuzten.

Laufbacher EckNach einer kurzen Zeit mündete der Forstweg in einen kleinen Pfad. Hier gab es einige Almen und  Hütten, in denen jedoch keiner mehr wohnte. Über Stock und Stein musste ich von dort aus immer weiter aufsteigen. Der Blick zurück ließ mich erstaunen, als ich das Nebelmeer im Tal sehen konnte und die Bergspitzen, welche aus diesem emporragten, noch vom Sonnenaufgang lila gefärbt waren.

Dies gab mir einen kleinen Motivationsschub. Ich wollte schnell oben sein, um auch noch ein paar Bilder vom Sonnenaufgang machen zu können. Allerdings hätte ich auch dort schon darauf kommen können, dass ich es niemals schaffen würde, da ich noch einen weiten Weg vor mir hatte. Das war mir zu diesem Zeitpunkt jedoch zum Glück noch nicht bewusst.

Laufbacher Eck WanderungAlso wanderte ich immer weiter durch einige Latschenkiefern und an Felsen vorbei, bis ich kurz vor einer Hütte der Bergwacht stand. Dort gab es einen kleinen Fluss, aus dem ich mir etwas zu trinken holen konnte. Bei den Temperaturen und der Sonneneinstrahlung, die mittlerweile herrschte, war dies mehr als notwendig!

Es sah schon echt verblüffend aus, wie diese eine kleine Berghütte der Bergwacht dort oben vor einem wunderschönen Panorama stand. Wahrscheinlich passiert in dieser Region öfters etwas, da sich auch die Höfats ganz in der Nähe befindet. Sie konnte ich später auch vom Gipfel aus sehen. Ein wirklich beeindruckender Berg!

Zuerst hieß es aber immer weiter aufsteigen. Mir wurde langsam wirklich warm, sodass ich sogar den Pullover ausziehen konnte, obwohl ich noch im Schatten war. Als ich nach einiger Zeit an einem kleinen Gatter ankam, konnte ich von dort aus zwei Gämsen beobachten, die etwas weiter unten an einem Hang standen.

Als sie mich entdeckten, blieben sie zunächst einige Sekunden stehen, rannten dann aber ganz nach unten und auf der anderen Seite über Geröllfelder wieder hoch. Wenn ich auch nur so schnell wäre, dann müsste ich mich dort in der Sonne nicht so sehr abstrampeln ; )

Laufbacher Eck besteigung

Was mir trotz der Anstrengung auffiel, war, wie wenige Menschen dort unterwegs waren. Insgesamt traf ich vielleicht drei Wanderer während der gesamten Tour. Jedoch war die Landschaft nochmal um einiges beeindruckender. Der Weg führte über ein riesiges Geröllfeld entlang einer Felswand bis zu einem Plateau, von dem aus ich einen Helikopterlandeplatz der Bergwacht und ein kleines Zelt sehen konnte.

Ich vermute, dass dort vor allem im Winter häufiger Lawinen runterkommen, weshalb es vielleicht so ein wichtiger Standort der Bergwacht ist. Nachdem ich ein paar Bilder der Rettungsstelle gemacht habe, musste ich nur noch ein paar Serpentinen nach oben gehen. Schon von dort unten habe ich mir ausgemalt, wie schon wohl der Ausblick von dem kleinen Sattel dort oben sein müsste.

Und das war er auch! Vom Nebelhorn über die Zugspitze und bis zu einem vergletscherten Berg in der Schweiz konnte ich ein wunderschönes Panorama genießen. Das Beste daran war, dass ich wirklich komplett alleine dort oben war. Keine anderen Menschen oder Tiere waren in diesem Moment in meiner Nähe.

Um auch das Laufbacher Eck in mein Gipfelbuch eintragen zu können, ging ich vom Sattel aus einige Meter nach rechts und erreichte nach einer Minute den Gipfel. Ein kleiner aber dafür atemberaubender Gipfel, auf dem ich in der Sonne saß und den Blick über die Allgäuer Alpen genießen konnte.

Laufbacher Eck Gipfelpanorama

Traumhafte Blicke vom Gipfel aus auf die Höfats.

 

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In eisigen Höhen Jon Krakauer
Informationen zum Buch In eisigen Höhen“ von Jon Krakauer

Autor: Jon Krakauer

Erscheinungsjahr: 2000

Seitenanzahl: 389

Sprache: Deutsch

Verlag: PIPER

Kategorie: Expeditionsbergsteigen

Worum geht’s?

Eigentlich machte sich Jon Krakauer auf den Weg zum Mount Everest, um einen Bericht über die immer größer werdende Kommerzialisierung des Bergsteigens zu schreiben. Auf einen Schlag wurde er jedoch zum Augenzeuge der schlimmsten Katastrophe, die sich bisher am höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest, abgespielt hat.

Während eines schlimmen Schneesturms kamen fünf von Krakauers Kameraden um’s Leben. Er selber konnte sich mit letzter Kraft in Sicherheit bringen. Tief berührend und eindrucksvoll schildert er in diesem Buch die Zeit wieder, die er am Everest verbrachte, als dort insgesamt zwölf Bergsteiger um’s Leben kamen. Mittlerweile wurde dieses Ereignis sogar schon verfilmt.

Meine persönliche Meinung

Einmal im Leben auf dem Everest zu stehen wäre ein Riesen großer Traum von mir. Jedoch kann ich Krakauers Meinung zur Kommerzialisierung voll und ganz nachvollziehen. So, wie er sich kritisch im Buch gegenüber diesem Thema äußert, würde ich selber auch niemals in diesem Stil auf irgendwelche Berge steigen, da es einfach viel zu oft zu tödlichen Unfällen führt.

Bevor ich das Buch In eisigen Höhen“ gelesen habe, habe ich mir auch schon den Film zur schlimmsten Katastrophe am Everest angeschaut. Insgesamt fand ich das Buch jedoch ein wenig spannender, da man dort mehr von Krakauers Gefühlen und Gedanken während dieser Katastrophe mitbekommt.

Die Worte eines Bergsteigers zu lesen, der selbst vor Ort war und fast um’s Leben gekommen wäre, kann man in einem Film gar nicht so gut zusammenfassen, wie es Jon Krakauer in seinem Buch gemacht hat. Auch durch die schwarz weiß Bilder bekommt man immer mehr das Gefühl, als sei man selbst vor Ort gewesen und kann die Situation ein bisschen besser nachvollziehen.

Das Buch In eisigen Höhen“ von Jon Krakauer gehört mittlerweile zu den besten Bergbüchern, die ich je gelesen habe. Das liegt einerseits vor allem an der sehr rührenden und spannenden Geschichte, und andererseits am Schreibstil von Jon Krakauer. Dieser ist sehr eindrucksvoll gewählt worden und lässt mich immer wieder in Gedanken schweifen, wie es sich wohl angefühlt haben muss, bei dieser Katastrophe dabei gewesen zu sein.

Auch die wenigen Ansätze über die Kommerzialisierung des Bergsteigens gefallen mir sehr gut, da sie in Kombination mit der Tragödie am Everest zeigen, dass die Berge kein Kinderspielplatz sind und zu Dingen fähig sind, die wir uns gar nicht vorstellen können. Dadurch würde ich das Buch jedem Bergsteiger sowie Bergfan weiterempfehlen, der selber von der Faszination des Bergsteigens gefesselt ist.

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Das Buch In eisigen Höhen“ von Jon Krakauer auf Amazon

Spaltenbergung toter Mann

Wer zum ersten Mal die Spaltenbergung mit dem Toten Mann gelernt hat, wird bestätigen können, dass bereits nach einer Woche das meiste Wissen wieder weg ist. Wann muss man nochmal welchen Knoten machen, wer soll da jetzt zur Spalte gehen und die gestürzte Person retten und wie zur Hölle soll mich eine kleine Bandschlinge sichern?

Fragen über Fragen, die nach dem Gletscherkurs, in dem man die Spaltenbergung lernt, immer wieder aufkommen. Im Prinzip ist es gar nicht so schwer. Man muss sich nur die einzelnen Abläufe regelmäßig angucken und kann sie im Winter auch an steilen Schneehängen trainieren. An Gletscherspalten sollte man, wenn man noch nicht erfahren ist, allerdings nie ohne Bergführer rangehen.

Spaltenbergung Toter Mann

Spaltenbergung

Tiefe Gletscherspalten sind oft furchteinflößend. Umso beruhigender ist es, wenn man die Spaltenbergung beherrscht!

1. Die Mannschaft fängt den Sturz ab

Wenn eine Person plötzlich im nichts verschwindet und in die Gletscherspalte fällt, ist die Kameradschaft gefragt. Die hinteren Personen am Seil werden durch den starken Ruck nach vorne gezogen und halten diesen im besten Falle, indem sie ihr Gewicht auf den stärkeren Fuß verlagern, die Steigeisen in den Schnee rammen und fest am Seil ziehen.

2. Den T-Anker bauen

Je länger die Gruppe den gestürzten halten muss, desto schwerer wird es auch. Bevor die Kräfte nachlassen, baut man sich einen sogenannten T-Anker oder auch Toten Mann, auf den dann die Last übertragen wird. Um den toten Mann zu bauen, gräbt die Person, die am nächsten an der Spalte ist, mit dem Eispickel einen zum Seil gegenläufigen Schlitz in den Schnee. Je nachdem wie die Schneequalität ist, sollte der Schlitz bis zu einem 3/4 Meter tief sein.

Nachdem dieser Schlitz fertig gegraben ist, wird noch ein weiterer Schlitz in Zugrichtung des Seils gegraben. Dabei muss man unbedingt darauf achten, dass die Schneewand vom ersten Schlitz, welche zur Spalte hinzeigt, auf keinen Fall beschädigt wird. Die beiden Schlitze werden miteinander verbunden, indem man einen kleinen Tunnel zwischen den beiden gräbt.

Sobald auch dieser Schritt getan wurde, muss man nun eine Bandschlinge am Eispickel mithilfe des Ankerstichs befestigen, diesen im Schlitz, der gegenläufig gegraben wurde reinlegen und die Bandschlinge durch den Tunnel nach vorne ziehen, sodass sie in Richtung der Spalte rausguckt. Zum Schluss wird der Pickel noch mit Schnee begraben. Hier muss man unbedingt darauf achten, dass man nur den Schnee benutzt, der beim T-Anker keine tragende Rolle spielt.

Spaltenbergung toter Mann

Ein fester Stand ist sehr wichtig, damit die Last nicht zu schwer wird.

3. Die Lastübertragung auf den T-Anker

Nun sollte der Eispickel gut im Schnee vergraben sein und die Bandschlinge vorne rausschauen. Wenn das der Fall ist, muss man im nächsten Schritt eine Reepschnur nehmen und diese mit einem Prusik am Hauptseil befestigen. Das andere Ende wird mit einem Sackstich am Karabiner befestigt, welchen man anschließend an die herausschauende Bandschlinge hängt.

Bevor man jetzt aufsteht, zieht man den Prusik so weit es geht nach vorne. Beim Loslassen zieht er sich zusammen und überträgt die Last auf den T-Anker. Nun kann erst einmal durchschnaufen und wieder zur Ruhe kommen, die bei der Spaltenbergung sehr wichtig ist, da man im Stress die meisten Fehler macht.

Spaltenbergung Toter Mann4. Selbstsicherung

Nun ist derjenige dran, der das Restseil im Rucksack hat. Um sich selbst sichern zu können, benutzt man nun wieder eine Reepschnur. Zuerst macht man mit dieser einen gefädelten Prusik auf das Hauptseil, nimmt anschließend nur ein Ende der Reepschnur und baut sich damit eine Selbstsicherung. Diese befestigt man mit einem Karabiner am Anseilring.

5. Mit der Selbstsicherung zur Spalte gehen

Sobald man auch für seine eigene Sicherheit gesorgt hat, geht man nun zur Spalte hin. Wenn man hinter dem T-Anker steht, schiebt man den gefädelten Prusik vor sich hin in Richtung Gletscherspalte und öffnet auf dem Weg dorthin die Bremsknoten. Am T-Anker angekommen, wechselt man nun die Richtung und zieht den Prusik am Seil hinter sich her. So wäre er, im Falle eines weiteren Sturzes außerhalb der Spalte.

Kurz vor der Spalte legt man das Seil durch einen weiteren Schraubkarabiner und lässt den gefädelten Prusik zuziehen.

6. Verständigung untereinander

Wenn man fest und selbst gesichert steht, kann man nun die Kommunikation zum Gestürzten aufnehmen. Je früher dies gelingt, desto besser ist es. Allerdings kann es manchmal sein, dass die Person in der Spalte nichts hört. Die Kommunikation ist dafür wichtig, um herauszufinden, ob die Person bei Bewusstsein ist, sich vielleicht sogar selbst befreien kann und vor allem um zu wissen wie es ihr geht.

Spaltenbergung lernen7. Gestürzte Person ausrüsten

Wenn klar geworden ist, wie es der Person geht, kann man ihr nun einen Karabiner runterlassen. Diesen befestigt man am Restseil und lässt ihn sehr langsam herunter, um Kopfverletzungen zu vermeiden. Das Restseil nimmt man dabei an beiden Seiten, sodass man eine Schlaufe hat, in der man den Karabiner nach unten lässt.

8. Die Rücklaufsperre

Anschließend nimmt man nun das Seilende, welches aus der Spalte herauskommt und befestigt daran das andere Ende der Reepschnur. Hierbei verwendet man einen gesteckten Prusik, der sich auch bei Belastungen zusammen zieht. Wenn man diesen Schritt getan hat, sollte die Reepschnur am Seil, welches in die Gletscherspalte führt, mit einem gefädelten Prusik befestigt sein. Das eine Ende befindet sich zur Selbstsicherung am Gurt und mit dem anderen Ende hat man gerade die Rücklaufsperre gebaut.

9. Gestürzte Person aus der Spalte ziehen

Wenn die gestürzte Person den Karabiner eingehangen hat und die Rücklaufsperre gebaut wurde, zieht man sie nun nach oben. Während dem hochziehen muss man beide Hände oberhalb des Prusik haben, das Seil nach hinten ziehen und den Prusik schnell nach vorne schieben. So wird die gestürzte Person Schritt für Schritt aus der Spalte befreit.

Hilfreiche Bücher zum Thema Hochtouren
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La Sportiva G5

La Sportiva G5Bei vielen Expeditionen reichen normale Bergschuhe nicht mehr aus, weshalb man zu großen, sehr festen Expeditionsschuhen greifen muss. Während der Elbrus Überschreitung habe ich den La Sportiva G5 genutzt und würde die Erfahrungen mit dem Schuh sehr gerne mit dir teilen.

Es gibt zahlreiche Bergschuhe, die sich alle in einigen kleinen Dingen unterscheiden. Soll der Innenschuh gepolstert sein, wie hoch gehen die Gamaschen und welcher Schuh isoliert am besten, sind Fragen, die man sich vor einem Kauf unbedingt stellen sollte. Vor allem, weil diese Expeditionsschuhe nicht ganz so günstig sind.

Informationen zum La Sportiva G5

La Sportiva G5

  • Gewicht: 1640g
  • Sohle: Vibram® Matterhorn mit Impact Brake System Profil
  • Zwischensohle: 2 mm Polyurethan mit differenziertem Durchmesser vorne und an der Ferse für Kipphebelsteigeisen
  • Brandsohle: isolierendes Carbon Honey-Comb Tech 3 mm
  • Schnürung: Klettverluss auf der Oberseite, BOA® Fit System unten, an der Außenseite ein wasserabweisender Reißverschluss
  • Innenschuh: 4-schichtige isolierende Struktur: wasserabweisendes Cordura® + isolierender und rutschfester Filz + isolierende Barriere in Polyethylen + kratzfestes und atmungsaktives Mesh
  • Gamaschen: Externe Schutzschale aus elastischem wasserabweisendem und kratzfestem Cordura® + funktionelles elastisches Gewebe + wasserfeste Membrane

Der Testbericht des La Sportiva G5

La Sportiva G5 TestberichtNachdem ich mich dazu entschieden habe, den 5.642m hohen Elbrus im Kaukasus zu besteigen, kümmerte ich mich zunächst um die richtige Ausrüstung. Gute Bergschuhe hatte ich bereits durch die Monte Rosa Tour, allerdings, so wurde mir gesagt, wären diese nicht für den Elbrus mit seinen extremen Wetterverhältnissen geeignet.

Also begab ich mich auf die Suche und stoß nach einiger Recherche auf den La Sportiva G5, welcher anscheinend für die Elbrus Besteigung geeignet wäre. Wenige Tage später lag auch schon das Paket vor meiner Haustüre. Es war ein tolles Gefühl, als ich die Schuhe zum ersten Mal in der Hand hielt. Die Robustheit und Wetterfeste Bekleidung des Schuhs konnte ich förmlich spüren.

Da ich ihn natürlich ein bisschen einlaufen wollte, entschied ich mich dazu, eine kleine Runde mit ihm zu wandern. Dabei fiel mir der Innenschuh auf, den man mithilfe eines kleinen Rädchens verstellen kann. Leider kann man, wie ich es mir gewünscht hätte, den Innenschuh nicht herausnehmen.

Dies war ein bisschen schade, da ich ansonsten die Everest Bekleidung bei uns im Wald weglassen könnte. Nach ein paar Schritten und einigen komischen Blicken anderer Wanderer, entschied ich mich dazu, den La Sportiva G5 nur noch in den Bergen zu tragen und flog endlich nach Russland, wo ich diesen tollen Bergschuh das erste Mal so richtig testen konnte.

Expeditionsschuh für den Elbrus

Das Einsteigen in den Schuh ist sehr einfach. Den Reißverschluss kann man gut öffnen, den Innenschuh mit einem Klettverschluss und einem kleinen Rädchen verstellen und den Schuh anschließend mit dem Reißverschluss schließen. Ich muss zugeben, dass beim Schließen der Reißverschluss öfters an einer Stelle hängen geblieben ist, mit einem festen Ruck allerdings fließend nach oben gezogen werden konnte.

Ansonsten konnte ich keine weiteren Mängel an den Schuhen feststellen. Meine Füße hatten genügend Platz, mir war in den Schuhen selbst auf 5.642m immer warm und sie waren auch absolut Wind- und Wasserfest. Vor allem die hohen Gamaschen, welche ich unter meiner Hochtourenhose verstecken konnte, waren sehr hilfreich in tiefem Schnee und bei starker Kälte.

Durch all diese Aspekte würde ich den La Sportiva G5 jedem weiterempfehlen, der demnächst eine Bergtour oder Expedition in großer Höhe bei Kälte und starkem Wind gehen möchte und einen dazu passende Expeditionsschuhe benötigt.

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Die erste Hochtour

Die erste Hochtour

Die erste Hochtour ist immer ein ganz besonderes Erlebnis. Vor allem, wenn man in den Alpen unterwegs ist und zum ersten Mal mit einem Gletscher in Kontakt kommt, bei dem es auch Gletscherspalten gibt. Bevor man diese allerdings gehen kann, muss man sich unbedingt richtig auf die Hochtouren vorbereiten.

Dabei ist nicht nur von der richtigen Ausrüstung oder Fitness die Rede, sondern auch davon, dass man sich im alpinen Gelände auskennt. Wenn das nicht der Fall ist, kann es nämlich auch auf vermeintlich kleinen Bergen zu tödlichen Situationen kommen. Um dies vermeiden zu können, solltest du dich unbedingt richtig auf die Touren vorbereiten.

Mit Hochtouren anfangen

Wandern ist eine hervorragende Vorbereitung für die erste Hochtour.

Der Unterschied zwischen Berg- und Hochtouren

Wer noch nie eine Hochtour gegangen ist, dies jedoch bald machen möchte, fragt sich vielleicht erstmal, wo denn genau der Unterschied zwischen einer ganz normalen Berg- und Hochtour liegt. Zwischen den beiden Formen gibt es mehrere Unterschiede, die entscheidend dafür sind, ob du gerade eine Wanderung oder Hochtour machst.

Während man bei Wanderungen und Bergtouren meist in gesichertem Gelände auf gesicherten und beschilderten Wegen unterwegs ist, sieht das ganze bei Hochtouren schon anders aus. Hier führt der Weg, welcher meist nur aus einer vorgetretenen Spur besteht, durch ungesichertes Gelände, über Gletscher und Spalten hinweg bis zum Gipfel.

Da man in einem risikoreicheren Gebiet unterwegs ist, muss man auch dementsprechend mehr Ausrüstung mitnehmen. Neben Bergschuhen und der Kleidung, braucht man bei Hochtouren auch noch Eisgeräte, Steigeisen, ein Seil, je nach Tour einen Helm, eine Gletscherbrille und viele weitere kleine Ausrüstungsgegenstände.

Wie du vielleicht merkst, ist es bei Hochtouren eine ganze Menge mehr, die man mitnehmen muss. Diese Ausrüstung dient der Sicherheit und ist auch dementsprechend wichtig, weshalb du sie auf keinen Fall zu Hause lassen solltest.

Noch ein weiterer, sehr einfacher Punkt, an dem man Berg- bzw. Wandertouren mit Hochtouren unterscheiden kann ist die Höhe. Wie der Name schon sagt, ist man bei Hochtouren hoch oben unterwegs und geht oft oberhalb von 3.500m, während Berg- oder Wandertouren auf niedrigeren Bergen stattfinden, auf denen es keine Gletscher und große Schneefelder gibt.

Voraussetzungen für Hochtouren

Mit Hochtouren anfangenWer die erste Hochtour gehen möchte, sollte auf keinen Fall in’s kalte Wasser springen, sondern sich gut auf diese vorbereiten. Besonders effektiv und hilfreich ist es, wann man schon im Vorhinein eine gewisse Grundlage an nötiger Fitness mitbringt, da man das Training dadurch ein wenig reduzieren kann.

Vor allem eine gute Kondition und Ausdauer ist bei Hochtouren sehr wichtig. Diese kann man mit Laufen, Radfahren oder auch schwimmen trainieren. Natürlich kann man auch lange Wanderungen und Bergtouren gehen, sollte sich dabei jedoch im klaren sein, dass man die Leistung dabei nicht so stark und schnell verbessert wie bei intensivem Laufen oder Radfahren.

Neben der Kondition und Ausdauer ist eine der wichtigsten Dinge bei Hochtouren die Akklimatisation. Je höher man während einer Tour geht, desto länger braucht der Körper, um sich daran gewöhnen zu können. Wer aus dem Flachland kommt und keine Berge vor der Haustür hat, kann dies bei Intervallläufen oder in Höhenkammern trainieren. Die Höhenkammern werden allerdings eher bei Expeditionen um die 8.000m genutzt.

Wie und wo starte ich mit Hochtouren?

HochtournekursDer Start zu ersten Hochtour kann eigentlich ganz einfach sein. Alles, was du dafür brauchst, ist ein erfahrener Bergsteiger, die richtige Ausrüstung mit der dazu passenden Fitness und die Berge. Anschließend suchst du dir eine schöne Tour aus, die nicht zu kurz und nicht zu lange ist und ab geht’s auf die erste Hochtour.

Was ist jetzt allerdings, wenn du wirklich ganz neu mit dabei bist und keinen erfahrenen Bergsteiger kennst?! Dann sieht die ganze Sache natürlich ein bisschen anders aus, da du ohne Erfahrung niemals auf Gletschern oder Gipfelgraten rumklettern solltest. Auch Leuten, die nur einmal eine Hochtour gegangen sind, sollte man bei seiner eigenen ersten Hochtour nicht trauen.

Das Zauberwort für all diejenigen, bei denen dies der Fall ist, sind Kurse. Es gibt viele alpinen Kurse, bei denen man vom DAV oder einem Reiseveranstalter alles wichtige zum Thema Hochtouren gelehrt bekommt. Für Hochtouren sind, wie der Name schon sagt, Hochtouren- oder Gletscherkurse geeignet. Bei diesen wird man von erfahrenen Bergführern an die Hand genommen und bekommt alles wichtige gezeigt.

Dazu gehören zum Beispiel Wetterkunde, Knotenkunde, die Spaltenbergung und das richtige Gehen mit Steigeisen. Selbstverständlich geht man bei diesen Kursen je nach Veranstalter schon seine erste Hochtour. Diese kann man dann auch wirklich genießen, da man einen erfahrenen Bergführer mit dabei hat und sich keinerlei Sorgen um die Routenplanung usw. machen muss.

Auch schön ist bei diesen Kursen immer wieder, dass man dabei neue Leute kennenlernt. Da jeder auf dem gleichen Level ist, macht man später vielleicht einige weitere Kurse zusammen und hat dann für die Zukunft schon einen Tourenpartner. Was man sich jedoch immer bewusst machen sollte, ist, dass man nach diesen alpinen Kursen kein Profi ist.

Auch wenn man eine Menge gelernt hat, viel mehr weiß als jeder andere Freundeskreis und man sich die Abfolge bei der Spaltenrettung merken konnte, bedeutet es noch lange nicht, dass man direkt in’s Gelände kann und die erste eigene Hochtour ohne Bergführer gehen kann. Dies sollte man erst tun, wenn man sich wirklich sicher fühlt, da in den Bergen jeder sowieso eigene Entscheidungen treffen muss.

Wie geht es denn nun weiter?

Die Frage, wann du ohne Bergführer eine Hochtour gehen kannst, kann dir niemand anderes beantworten. Du selbst musst entscheiden, wann du dich wohl genug fühlst, um die erste richtige eigene Hochtour gehen zu können. Sobald du dich an die Planung machst, wird dir auffallen, wie viele Tourenmöglichkeiten es doch gibt.

Zu Beginn könntest du erst einmal mit einem einfachen 3000er starten. Wenn dir dies zu niedrig ist, kannst du selbstverständlich schon eine Tour auf einen 4000er machen. Wichtig ist aber, dass dies kein schwerer, sondern auch ein einfacher 4000er ist. Nun stellen sich noch viele weitere Fragen. Mit Gletscher oder ohne Gletscher, in der Schweiz, Österreich oder Italien usw.

Am einfachsten ist es, wenn du deine eigenen Erfahrungen sammelst. Halte dir dabei immer die Gefahr vor Augen und sei vorsichtig, sodass du auch in Zukunft noch viele weitere tolle Hochtouren gehen kannst.

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