Rückweg über den Gornergletscher

Gletschertrekking

Die Monte Rosa Tour! – Teil 2 (Spaghetti Tour)

10. September 2018 Comments (0) Allgemein, Allgemein, Bergsteigen, Touren

Die Monte Rosa Tour! – Teil 1

Die Monte Rosa Tour. Sie war meine erste richtige Tour, auf der ich Bergsteigen war und es war die erste Tour, auf der ich über 4000 Meter war!

Ankunft in Zermatt

In diesem Beitrag möchte ich die Monte Rosa Tour nochmal in 3 Teile zusammenfassen und euch alles genau beschreiben. Ihr könnt euch aber auch jeden einzelnen Beitrag durchlesen.Alpen Sonnenaufgang

Die Tour startete in Zermatt. Um 14:00 Uhr trafen wir uns dort am Hauptbahnhof. Ich bin mit dem Zug von Visp nach Zermatt gefahren (Preis ca.18 Franken) und war somit schon ein bisschen früher da. Das war eigentlich ganz gut, weil ich mich schon ein bisschen umgucken konnte.

Die Läden von The North Face und Mammut habe ich dabei natürlich nicht übersehen 😉 Aber auch sonst ist Zermatt sehr schön. Egal wo man hinguckt. Überall waren Berge und Bergsteiger. Die sind mit der ganzen Ausrüstung durch die Stadt gelaufen!

Ich war fast zehn Minuten früher da. Also ging ich um 14:00 Uhr vor den Hauptbahnhof. In Zermatt waren sehr viele Menschen unterwegs. Dazu gehörten nicht nur die Bergsteiger, sondern auch die Touristen. Es war meiner Meinung nach schon ein bisschen zu voll. Aber das würde sich noch ändern.

Pünktlich um 14:00 Uhr waren alle da. Wegen der langen Zugfahrt hatte ich aber noch meine ’normalen‘ Klamotten an. Mit der Jeans konnte ich natürlich nicht gehen. Also fragte ich, ob ich mich kurz umziehen könne. Die Bergführer sagten, dass wir zuerst das Material kontrollieren würden und das ich mich dann umziehen könnte.

Das machten wir dann auch. Jeder bekam sein ausgeliehenes Material und alles, was man auf der Tour nicht gebrauchen könnte, kam in den Spind. Das war bei mir ein kleines Problem, weil ich es nicht mitbekommen habe. Ich habe die Straßenschuhe usw. mitgenommen 😉

Tipp von mir: Egal ob du die Monte Rosa Tour oder irgendeine andere Tour in der Nähe von Zermatt gehst. Lasse die Sachen, die du nicht gebrauchen könntest im Spind. Dadurch wird der Rucksack viel leichter.

Gandegghütte mit Breithorn im Hintergrund

Die Gandegghütte,welche auf 3030 Metern liegt.
 

 

Tag 1: Wanderung zur Gandegghütte

Nachdem ich mich umgezogen habe ging es auch schon los. Zuerst gingen wir durch die kleinen Gassen in Zermatt zu der Seilbahn, die uns Richtung Gandegghütte bringen würde. (Preis ca.40 Franken) Nur 100 Meter vom Stadtzentrum entfernt waren schon fast keine Touristen mehr da.

Mit der Seilbahn sind wir zwei Stationen weit gefahren. Von der Gondel aus hat man eigentlich eine gute Sicht auf das Matterhorn. An diesem Tag war es aber leider in Wolken umhüllt. Wir konnten es also noch nicht sehen.

Was mich ein bisschen verwundert hat, war, dass ein paar Touristen sogar mit kurzen Hosen und T-Shirts bis nach ganz oben gefahren sind. Vielleicht kann man von der obersten Station auch wieder runtergehen.

Oben angekommen gingen wir erstmal durch das Gebäude an die andere Seite nach draußen. Dort wurden wir dann in zwei Gruppen eingeteilt. Für jeden Bergführer gab es 5 Kunden. Wir bekamen den Tipp, dass wir am besten schon die Jacken anziehen sollen, da es an diesem Tag ein bisschen Windig war.

Ich hätte eigentlich gedacht, dass die Wanderung zur Hütte länger dauert. Aber nach ca.30 Minuten waren wir schon an der Gandegghütte angekommen. Der Weg dorthin war nicht besonders schwierig. Dort lagen nur ein paar Felsen und Steine im Weg rum. In den Schnee oder auf den Gletscher kamen wir bis dahin noch nicht.

Wir kamen auch an einem kleinen See vorbei. Darin spiegelte sich das sogar Matterhorn drinnen. Nach dem anstrengenden Tag wollte ich dort meine Flasche mit Wasser auffüllen aber das Wasser ist nicht zum trinken geeignet..

Tipp von mir: Unser Bergführer hat uns gesagt, dass man Gletscherwasser besser nicht trinken soll. Wir sollen uns lieber eine Quelle suchen. Das wusste ich bis dahin noch nicht. Ich dachte, dass man fast jedes Wasser in den Bergen trinken kann.

Nach einem kurzen Stück, das ein bisschen steiler war kamen wir schon an der Gandegghütte an. Ein paar Bergsteiger saßen schon auf der Terrasse, die auch zum Trinken einlädt. Direkt vor dem Breithorn und mit Fell ausgelegt macht die Terrasse einen schönen Eindruck.

Gandegghütte Terrasse

Die Terrasse. Ist es nicht ein Traum?!

Wir saßen uns auch erstmal hin und tranken etwas. (Preis ca. 7 Franken für eine Apfelsaftschorle)

Tipp von mir: Wechselt vorher unbedingt euer Geld in Franken. Für mich war es zwar möglich mit Euro zu bezahlen. Es hätte dann aber 7 Euro gekostet. Mein Bergführer war aber so nett und hat das für mich übernommen.

Die Gandegghütte ist wirklich schön gelegen. Von der Hütte aus hat man einen perfekten Blick auf alle 4000er in der Umgebung. Und das beste ist natürlich, dass man das Breithorn so gut sehen kann. Da es auch ein Teil der Monte Rosa Tour ist, freut man sich umso mehr auf den nächsten Tag, wenn man das Breithorn vorher schon so gut gesehen hat.

Abends gab es dann etwas zum Essen. Ich weiß leider nicht mehr genau was es war aber es gab immer extra etwas für uns Vegetarier. Das war auf jeder Hütte der Monte Rosa Tour so. Ich habe immer etwas leckeres Vegetarisches zum Essen bekommen.

Das Abendessen war aber sehr spannend. Nicht wegen dem Essen 😉 Es war wegen den ganzen Lawinen. Weil der Tag so warm war haben sich an der Breithorn Nordwand immer mal wieder Lawinen gebildet. Die sind dann bis runter an den Gletscher ‚geflossen‘ und das Knallen davon konnte man einfach nicht überhören.

Sobald es laut geknallt hat, haben sich immer alle Köpfe zur Nordwand gedreht, weil jeder sehen wollte, wie groß die Lawine war.

Hüttenleben

Die Hausschuhe konnten wir direkt in der Hütte ausleihen (Preis: 0 Franken) Die Zimmer sind leider etwas klein aber vielleicht kam es auch nur mir so vor, weil ich vorher noch nie in einem Lager geschlafen habe. Da sind die Betten direkt nebeneinander gereiht. Es gibt also keine Einzelbetten, sondern es sind eher Bettreihen.

Am Abend konnte ich noch ein bisschen rausgehen und ein paar Bilder von der schönen Landschaft machen. Das hat sich auch echt gelohnt. Vor allem, weil Abends fast keiner mehr draußen war. Die meisten haben sich ihre Zähne geputzt, sich umgezogen und sind dann schlafen gegangen.

Breithorn Sonnenaufgang

Das Breithorn bei Sonnenuntergang

Für alle (Hobby)-Fotografen lohnt es sich aber, wenn man Abends nochmal rausgeht. 🙂

Die Nacht war eigentlich ganz okay. Ich bin ein paar mal aufgewacht, aber das war bei jedem so.

Tag 2: Breithorn Besteigung

Der nächste Tag startete schon vor dem Sonnenaufgang. Die Breithorn Besteigung stand an.

Ich zog den Hüttenschlafsack wieder ab, faltete meine Decke ordentlich und legte sie wieder auf das Bett. Die anderen aus der Gruppe waren schon wach. Alle zogen sich an und gingen nach unten. Die Rucksäcke konnten wir schon draußen hinlegen.

Wir frühstückten etwas. Es gab sehr viel. Egal ob Tee, Kaffee, Müsli oder Brötchen. Für jeden war etwas dabei. Draußen auf der Terrasse standen zwei Behälter voll mit Tee und Kaffee. Den konnte man sich in die Thermosflasche füllen. Das ist der sogenannte Marschtee.

Nach dem Frühstück putzen wir uns die Zähne und machten uns Bereit für die Besteigung.

Die Besteigung ging eigentlich erst auf dem kleinen Matterhorn so richtig los. Dafür mussten wir den Weg, den wir am ersten Tag gegangen sind, wieder zurückgehen und mit der Seilbahn auf das kleine Matterhorn fahren. (Preis von allen Seilbahnen in der Gegend insgesamt 50 Franken)

Auf der gesamten Monte Rosa Tour sind wir mit ungefähr 3 Seilbahnen gefahren.

Wir konnten die Karte vom vorherigen Tag benutzen. Die Seilbahn war auch schon da und wir konnten direkt losfahren.

Die Gondel war sehr voll. Das lag vor allem an den ganzen Skifahrern, die dort trainiert haben. Wir haben unter anderem Felix Neureuther in der Gondel getroffen.

Nachdem wir oben aus der Gondel ausgestiegen sind, mussten wir auch erstmal über die Piste bis hin zum Gletscher gehen. Das war aber nur ein kleines Stück auf der Piste. Außerdem war die Piste eigentlich ganz gut, weil wir darauf unsere Steigeisen anziehen konnten.

Bergsteiger im Nebel

Der Weg über die Piste

Dort oben auf der Piste sah es nach eher nebligen Wetter aus. Wir konnten keine 10 Meter sehen. Aber sobald wir auf den Gletscher gegangen sind, wurde es wieder schön. Das Matterhorn war links von uns und das Breithorn war genau vor uns.

Unsere Bergführer kannten sich sehr gut aus. Wir sind also die ersten hundert Meter geradeaus auf dem Gletscher gegangen. Es kann sein, dass wir auch über Gletscherspalten gegangen sind aber die waren dann noch zugefroren.

Nachdem wir ca 40 Minuten gegangen sind, machten wir nochmal eine kurze Pause. Wir tranken etwas, manche gingen auf Toilette und ein Müsliriegel war auch dabei. Mehr Zeit hatten wir aber nicht.

Danach war der Weg immer der gleiche. Es ging die ganze Zeit steil Bergauf. Durch die Spuren der anderen war es aber sehr einfach den Weg zu finden. Das könnte, wenn es schneit aber ziemlich schwierig werden.

Unser Bergführer nahm uns an’s kurze Seil und wir folgten dem Weg nach oben. Kurz bevor wir auf dem Gipfel waren, flog ein Helikopter von der Air Zermatt über uns her. Ich kann nur hoffen, dass nicht schlimmes passiert ist.

Gipfelsieg

Die letzten paar Meter waren die besten. Wir folgten einer scharfen Kurve nach rechts, überholten dabei ein paar andere Bergsteiger und waren dann auf dem Gipfel. Es ist kein großer Gipfel. Es gibt auch kein Gipfelkreuz, aber die Aussicht war der Hammer.

Mit dem Breithorn haben wir den ersten 4000er der Monte Rosa Tour geschafft.Monte Rosa

Schweizer Alpen

Die Aussicht vom Gipfel.

Nächste Woche am Montag kommt der zweite Teil der Monte Rosa Tour online.

 

 

 

 

 

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